ECHTERNACH
JOS. A. MASSARD & GABY GEIMER

Kräuseljagdspinne in Echternach entdeckt - Keine Gefahr für den Menschen

Es kommt sicherlich nicht alle Tage vor, dass man bei Kaffee und Kuchen eine bisher in Luxemburg unbekannte Tierart entdeckt. So geschehen am Morgen des 15. November 2018 in Echternach. Den Autoren dieser Zeilen, die wie gewohnt am Donnerstagmorgen zusammen mit einigen Kollegen in einer bekannten Echternacher „Pâtisserie“ in der Rue de la Montagne saßen, fiel auf einmal auf der Außenseite eines der Glasfenstern eine besonders große Spinne auf, die dort bewegungslos mit lang ausgestreckten Beinen saß.

Ein rascher Griff zum Handy hielt das auffallende Tier fest. Nach einigem Suchen in der Fachliteratur stand für uns fest, dass es sich wahrscheinlich um ein Weibchen der mediterranen Kräuseljagdspinne Zoropsis spinimana handeln müsste. Eine Bestätigung dieser Diagnose lieferte uns die Spezialistin Svenja Christian vom Naturhistorischem Museum in Luxemburg. Dies ist, wie gesagt, das erste Mal, dass die Art in Luxemburg gefunden wurde.

Auf Wikipedia erfahren wir dass die Heimat von Zoropsis spinimana die westliche Mittelmeerregion bis zum Südrand der Alpen und Dalmatien ist, sowie Nordafrika, wo sie im Freiland in lichten Wäldern, unter Steinen und Rinde oder in und an Gebäuden vorkommt. Seit einigen Jahren werden Beobachtungen aus Österreich, der Schweiz und Deutschland gemeldet. Sogar aus Russland und neuerdings auch aus der Krim liegen Fundangaben vor, ebenso wie aus England.

Seit 2007 ist die Art auch aus Holland und Belgien bekannt; in Wallonien wurde sie zum Beispiel 2017 bei Louvain-la-Neuve gefunden. Näher bei uns wurde die Spinne in letzter Zeit aus der Saarburger Gegend und aus Trier, ebenso wie aus Koblenz und Mainz gemeldet. Die Männchen werden ein bis 1,3 Zentimeter lang, die Weibchen 1,5 bis 1,9 Zentimeter; mit ausgestreckten Beinen werden fünf Zentimeter erreicht. Dank ihrer Hafthaare an den Füßen kann die Spinne auch an glatten Oberflächen wie zu Beispiel Glaswänden emporklettern, was in Echternach eindrucksvoll zu sehen war.

Für den Menschen ist die Spinne trotz ihrer eindrucksvollen Größe eigentlich ungefährlich. Wenn sie in die Enge getrieben wird oder sich bedroht fühlt, kann sie allerdings auch mal zubeißen. Das Gift ist für den Menschen harmlos, die Wirkung ist ähnlich wie ein leichter Bienenstich. Anders verhält es sich allerdings wenn eine Allergie vorliegt.