Jugendliche können ab Herbst 2015 eine Ausbildung zum „technicien en logistique“ machen. Das gaben gestern in der Handelskammer die Mitglieder der Arbeitsgruppe bekannt, die den Ausbildungsgang geschaffen hat: Die Handelskammer, der „Service de la formation professionelle“ des Bildungsministeriums und die „chambre des salariés“.
Denn der Sektor boomt und die Unternehmen suchen nach Fachkräften. Im Logistikbereich gibt es Bedarf an Menschen mit einer praktischen Ausbildung. Bislang beschäftigt er rund 13.000 Mitarbeiter in 800 Unternehmen; Tendenz steigend. Aufgrund der multimodale Plattform in Bettemburg, des Hafens in Mertert und des Flughafens Findel, die alle wachsen, steigt der Bedarf an Mitarbeitern.
Zwar gibt es bislang einige Ausbildungen für den Logistik-Bereich, aber keine auf dem Niveau des „diplôme de technicien“. 2006 war das „diplôme d´aptitude professionelle“ (DAP) „Gestionnaire qualifié en logistique“ eingeführt worden, das eher für den direkten Berufseinstieg gedacht war. Die neue Ausbildung ermöglicht als „diplôme de technicien“ einen praktischen Berufseinstieg, schließt aber ein anschließendes Studium nicht aus. Für Bildungsminister Claude Meisch ist es ebenfalls wichtig, dass die Ausbildung gemeinsam von Experten aus dem Berufsleben und von Sekundarlehrern ausgearbeitet wurde. „Diese Zusammenarbeit ermöglicht eine angemessene Ausbildung“, sagte er.
Ausbildungsaufbau lässt die Wahl
Die Ausbildungsdauer beträgt insgesamt vier Jahre. Das erste Jahr ist identisch mit der Ausbildung zum „technicien en administration et commerce“. Damit soll Jugendlichen die Möglichkeit zum Wechsel geboten werden - in beide Richtungen. Die Ausbildung, die an den Lycées techniques in Bonneweg und Lallingen angeboten wird, ist für erfolgreiche Absolventen einer 9ième technique oder polyvalente gedacht. Die Interessenten müssen einen Durchschnitt von mindestens 38 Punkten in den Sprachen haben und für die 10ième „technicien en logistique“ zugelassen sind.
Duale Ausbildung ab zweitem Jahr
Ab dem zweiten Jahr findet die Ausbildung im dualen Rhythmus statt. Die Schüler sind zwei Tage in der Schule und drei Tage im Unternehmen. Sie erhalten einen Ausbildungsvertrag. Die Adem ist bei Bedarf bei der Suche einer Ausbildungsstelle behilflich. Unternehmen wie Panalpina, Kühne&Nagel, Cactus, CFL Multimodal, Luxair Group, Cargolux, T&E Gefahrgutlogistik, DB Schenker, EFCN Transalliance, DHL und Husky haben schon Interesse signalisiert. Sie alle haben bei der Konzeption des neuen Ausbildungsganges beratend zur Seite gestanden; ebenso wie das Cluster for logistics und das Cluster maritime.
Mit dem Ausbildungsvertrag hat der Auszubildende Anrecht auf ein Lehrlingsgehalt, das sich im ersten Jahr auf 619,98 Euro beläuft und am Ende bei 1.200,04 Euro liegt.
Die Veranstalter gehen davon aus, dass sehr viele Auszubildende übernommen werden, weil die Unternehmen deren Leistung aus den drei Jahren kennen und weil der Logistikbereich wächst. Darüber hinaus ist im Anschluss ein Brevet de technicien supérieur (BTS) möglich, das sich auch in der Großregion machen lässt.
Besonderer Wert wird während der Ausbildung auf die Sprache Englisch gelegt, weil sie im Logistik-Bereich dominiert. Aber auch gute Kenntnisse in Deutsch und Französisch sind wichtig. Das Lycée technique Lallingen wird eine Ausbildung mit französischem Schwerpunkt anbieten.
Aufgaben für Logistiker
Die Aufgabe der jungen Logistiker besteht in der Organisation des Transports von Ware. Dazu müssen Vorschriften eingehalten und Papiere ausgefüllt werden. Planung und Kommunikation, aber auch die Kenntnis anderer Märkte sind wichtig. Das Lagern der Ware ist ein weiterer Teil der Aufgabe. Die Abwicklung erfolgt auch auf elektronischem Weg.



