HAHN/LUXEMBURG
MARCO MENG

Konkurrenz zur Cargolux-Strategie - DHL nimmt Hunsrückflughafen in sein Netz USA-China-Europa auf

Der Flughafen Hahn erwirtschaftet nach wie vor keine Gewinne, und das Passagieraufkommen sinkt, seit Ryanair einige Flüge dort gestrichen und Flugzeuge an andere Standorte verlegt hatte. Doch im Frachtbereich wächst der Hahn - und droht immer mehr zum Konkurrenten für den luxemburgischen Flughafen zu werden, seit der chinesische Mischkonzern HNA 82,5 Prozent von „Frankfurt-Hahn“ gekauft hat.

Jetzt sollen zweimal pro Woche zwischen Wuxi in China und dem Hahn Frachtflüge von DHL mit einer Boeing 747-400 stattfinden, die 100 Tonnen transportieren kann. DHL, der weltgrößte Logistiker, hatte Anfang Mai im chinesischen Wuxi ein Drehkreuz eröffnet, das die USA, Asien und Europa miteinander verbinden soll. Das ist auch das Ziel des Cargolux-Hubs im chinesischen Zhengzhou und des geplanten Gemeinschaftsunternehmens von Cargolux sowie dessen Aktionär HNCA. Allerdings liegt der DHL-Knotenpunkt Wuxi rund 800 Kilometer östlich von Zhengzhou, nahe an der Metropole Shanghai, dem größten Hafen nicht nur Chinas, sondern der Welt.

„Auf den Haupthandelsrouten sehen wir hohe Volumina versus knappe Kapazitäten - ein Trend, der sich fortsetzen wird“, sagt dazu erklärt Tim Scharwath, CEO DHL Global Forwarding. „Um unsere operative Effizienz zu steigern und unseren Kunden die bestmögliche Transportlösung zu bieten, haben wir uns daher entschlossen, zusätzliche Luftfrachtkapazitäten zu schaffen, die wir direkt steuern können.“

Das DHL-Flugzeug, das zweimal die Woche den Hahn anfliegen soll, fliegt die Route von Shanghai Pudong in China nach Cincinnati in den USA, und von dort aus zurück nach Incheon in Südkorea. Von da aus geht es im Anschluss über Wuxi nach Frankfurt-Hahn, um vom Hunsrück wieder nach Shanghai Pudong zurückzukehren.

Die steigende Nachfrage nach Luftfrachtkapazitäten auf asiatischen Relationen erstrecke sich über alle Industriezweige hinweg, besonders Unternehmen aus den Bereichen Elektronik, Elektromotoren sowie elektronische und mechanische Geräte und Hersteller von Medizintechnik, teilt DHL mit.

2017 wurden über den Hunsrückairport 127.000 Tonnen Fracht transportiert nach 73.000 Tonnen im Vorjahr. Rekord war 2011 mit 286.000 Tonnen.

Im Vergleich dazu wurden über den Findel in Luxemburg im vergangenen Jahr 938.000 Tonnen Fracht transportiert, ein neuer Rekord. Das bisherige Hoch war zehn Jahre alt, damals wurden über den Airport Luxemburg 896.000 Tonnen Fracht transportiert worden.