LUXEMBURG
MARCO MENG

Cargolux ehrt Boeing-Designer und lädt Gewerkschaften zum Treffen

Der jüngste Cargolux-Jumbo aus dem Boeing -Werk in Seattle, der gestern Morgen nach einem Nonstop-Flug auf dem Findel landete und dabei auch eine Ladung Fracht beförderte, ist die zwölfte von 14 bestellten Boeing 747-8F. Die Maschine mit einem Listenpreis von rund 230 Millionen Euro transportierte bei ihrem Auslieferungsflug 92 Rohrleitungen des Herstellers Fibrex Corporation für eine Chlorfabrik in Saudi Arabien. Organisiert wurde die Verladung durch Panalpina.

Das neue Flugzeug mit der amtlichen Kennung LX-VCL, das zu Ehren des Designers des 747-Modells offiziell „Joe Sutter“ getauft wurde, ist der insgesamt 30. Jumbo, den Cargolux seit 1979 bei Boeing gekauft hat.

Der 1921 geborene ehemalige Jumbo-Chefdesigner Sutter, der in den 1960er Jahren das 747-Programm mitgestaltete, erfuhr selbst erst bei der Enthüllung des Frachtflugzeuges während der Feierlichkeiten am Donnerstag bei Boeing davon, dass das Flugzeug seinen Namen trägt - nebst einem Portrait von ihm am Bug der Maschine. „Wir haben unsere Geschäftsentwicklung eng an dem Jumbofrachter 747 ausgerichtet. Deswegen wollen wir im Zuge der 30. Lieferung von Boeing mit Joe Sutter den Menschen hinter diesem großartigen Flugzeugtyp ehren“, erklärt dazu Dirk Reich, Präsident und CEO von Cargolux. Cargolux war auch der erste Kunde gewesen, der den neuen, treibstoffeffizienten Boeing Typ 747-8F im Jahr 2011 gekauft hatte, von denen die Frachtgesellschaft nunmehr zwölf Stück fliegt.

Schlichtung auf Eis gelegt

Gleichzeitig mit der neuen Maschine kommt auch Bewegung in die Verhandlungen zum Kollektivvertrag, den die Cargolux-Direktion Ende September 2012 gekündigt hatte. Wie der OGBL-Sekretär Hubert Hollerich gestern dem „Journal“ bestätigte, ist die ursprünglich für kommenden Donnerstag vor dem Schlichter anberaumte Sitzung abgesagt worden. Die gesamte Schlichtungsprozedur sei nun auf Eis gelegt, so Hollerich. Grund: „Cargolux hat die Gewerkschaften zu einer neuen Verhandlungsrunde für den 12. März eingeladen.“

Er gehe davon aus, dass die Geschäftsleitung neue Vorschläge unterbreiten werde, da sonst diese Initiative nicht nötig sei. Um Kosten einzusparen, will die Airline unter anderem die Gehaltsstruktur ändern. Besonders umstritten ist die Auslagerung von älteren Maschinen an die Tochter Cargolux Italia, deren Piloten um ein Drittel günstiger fliegen. Was genau die Cargolux-Direktion nun präsentieren wird, wissen die Personalvertretern zum aktuellen Zeitpunkt nicht. Unbestätigten Informationen zufolge soll ein Deal, ähnlich wie bei Luxair, vorgeschlagen werden. Dort bleiben die Gehaltstrukturen auch im neuen Kollektivvertrag weiter bestehen; ein geplantes neues Lohnsystem wird nur zum Teil eingeführt.