Die Gewerkschaften in Frankreich wollen ihren Protest gegen die umstrittene Arbeitsmarktreform der Regierung nicht aufgeben. Im öffentlichen Verkehr, an Schulen und Behörden wurde am Donnerstag gestreikt. An dem Ausstand beteiligten sich aber weit weniger als bei den großen Protesten in den Wochen vor dem Beschluss der Reform im Juli.

Die französische Luftfahrtbehörde teilte mit, dass an den Flughäfen in Paris und Umgebung 15 Prozent aller Flüge ausgefallen seien. Auch ein Protestmarsch durch die Hauptstadt war geplant. Die Regierung hatte die Reform ohne Abstimmung durch das Parlament gedrückt, weil der Widerstand auch im eigenen Lager groß gewesen war. Premierminister Manuel Valls griff dafür auf eine Sonderregel in der Verfassung zurück. Die Gewerkschaften prüften rechtliche Mittel, um die Reform wieder zu kippen, sagte Gewerkschaftsführer Didier Porte dem Sender France Info.

Die Regierung argumentiert, sie wolle mit der Reform die Arbeitslosigkeit bekämpfen. Um das zu erreichen, sollen unter anderem der Kündigungsschutz und die Begrenzung der Arbeitszeit gelockert werden. Kritiker monieren, die Maßnahmen brächten keine neuen Stellen und würden nur den hart erkämpften Arbeitnehmerschutz aufweichen.