ESCH-BELVAL/LUXEMBURG
PATRICK WELTER

Offizielle Einweihung der „Liaison Micheville“ in Esch-Belval

Gestern war es endlich soweit, die Autofahrer mussten zwar noch einige Zeit warten, aber die „Liaison Micheville“ wurde mit einem Festakt und dem gemeinsamen Zerschneiden des Trikolorebändchens offiziell ihrer Bestimmung übergeben. Auf luxemburgischer Seite ist es vor allem der Tunnel, der unter der neuentstandenen Stadt Esch-Belval und der Eisenbahnlinie hindurchführt, der als Zeichen für eine schnelle und moderne Verbindung nach Frankreich steht. Entsprechend bot dann auch der Tunnel den Rahmen für die Feierstunde. Die offizielle Einweihung wurde von Nachhaltigkeits- und Infrastrukturminister François Bausch gemeinsam mit dem französischen Finanzstaatssekretär Christian Eckert vorgenommen.

406 Millionen Euro Kosten

Diskussion, Planung und Bau der Verbindung, zwischen Belval und dem ehemaligen Industriestandort Micheville an der Schnittstelle von Audun-le-tiche und Villerupt, haben insgesamt 15 Jahre in Anspruch genommen. Bisher wurden 406 Millionen Euro dafür investiert, der größte Anteil floss dabei aus luxemburgischen Kassen.

Allerdings bedeutet die Freigabe der Verbindung von Belval nach Micheville nur einen Zwischenschritt auf dem Weg zu einer „Liaison A30/Belval“. Es ist zwar mit einer Entlastung von Audun-le-tiche und der Stadt Esch/Alzette zu rechnen, aber auf der französischen Seite gibt es kein rechtes Vorankommen.

Es gibt immerhin seit dem Sommer eine neue zweispurige Weiterführung von der Liaison Micheville bis zum Dörfchen Tiercelet, dann aber fehlt noch ein ziemlich langes Stück an Ausbaustrecke. Vorläufig geht es durch das Dorf und dann auf einer einfachen Straße weiter bis zur A30/N52 . Für den endgültigen Anschluss an diese Schnellstraße gibt es zurzeit nicht einmal eine festgelegte Trasse.

Auch auf der luxemburgischen Seite fehlt für die nächsten Jahre, vermutlich bis 2020/2021 eine direkte Anbindung an die Autobahn A4. Bis dahin wird der aus Lothringen strömende Verkehr vom Ende des Tunnels aus über zwei Kreisverkehre zur Autobahn geleitet. Es ist möglich, dass sich der jetzt schon überlastete Kreisel Raemerich, dann als echter Flaschenhals für den Verkehrsfluss erweist.

In Luxemburg setzt man aber darauf, dass die Pendler das P&R-Parkhaus an der Grenze nützen und auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen.