LUXEMBURG
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Eine Novelle über Freundschaft und ein Roman über die Geschichte unserer Region

Sicherlich haben in Corona-Zeiten bereits viele die Leselust in sich wiederentdeckt. Zum Glück kann man sich von seinem Bücherhändler, den Verlagen oder Onlineanbietern ganz bequem mit der gewünschten Lektüre versorgen lassen. Zahlreiche Neuerscheinungen sorgen für die nötige Abwechslung, so etwa „Ein starkes Band“ von Maryse Krier oder „Der Fluch Gottes“ von Carlo F. Sente.

Die luxemburgische Autorin Maryse Krier hat eben beim Verlag kleine Schritte, Trier, ihre Novelle „Ein starkes Band“ veröffentlicht. Das Buch befasst sich mit der Suche der 27-jährigen Emma Becker nach ihrer Freundin Nelly Smith, die vor acht Jahren von einem Tag auf den anderen verschwunden ist. Nachdem sämtliche Versuche, etwas über ihren Verbleib zu erfahren, erfolglos verliefen, hatte Emma lange Zeit kaum noch an sie gedacht. Das ändert sich, als sie eines Tages während eines Einkaufsbummels einer fremden Frau begegnet, die Nelly auf den ersten Blick ähnlich sieht. Erinnerungen werden wach, und Emma ist immer mehr von dem Wunsch besessen, herauszufinden, was damals passiert ist.

„Ein starkes Band“ setzt sich mit dem Thema Freundschaft auseinander. In zahlreichen Rückblicken erinnert Emma sich an die Zeit, als sie und Nelly Freundinnen waren. Diese Rückblenden, aber auch Zitate aus Romanen von Emily Brontë und Jane Austen sowie Verse aus Gedichten von Shakespeare, William Blake und Elizabeth Barrett Browning enthalten versteckte Hinweise auf den Grund für Nellys Verschwinden, noch bevor die „unerhörte Begebenheit“, die der Novelle zugrunde liegt, aufgedeckt wird.

Packende Parallelgeschichte

Am 28. April erscheint „Der Fluch Gottes“ von Carlo F. Sente. Der Debütroman des Luxemburgers ist zeitlos aktuell, subtil und historisch gut recherchiert, wurde erstmals 2017 als „The Plague of God“ in englischer Sprache publiziert und nun von Claudia Braga ins Deutsche übersetzt. „Gefährte, nimm dich in Acht vor der Macht, die Gold entfacht“, verrät gleich zu Beginn des Romans ein Rätsel, das die Hauptfigur, Tim de St. Clere, geradewegs in eine abenteuerliche Suche nach Reichtum und Glück verstrickt. Wie ein Leitfaden weben sich um Tims Geschichte die Ereignisse eines über 1.100 Jahre zurück liegenden Vorfalls: Die Raubzüge der Wikinger und ihre Spur der Verwüstung durch Mitteleuropa, deren Ende mit dem Einfall in Trier begann. Dann ist da noch Bera, die eigentliche Heldin des Romans, deren Schicksal den Lauf der Geschichte bis in die heutige Zeit beeinflussen wird.

Sente wartet mit überraschenden historischen Episoden auf wie zum Beispiel der entscheidenden Schlacht von Remich am 11. April 882, einem Ereignis, das sogar in Luxemburg wenig bekannt ist, oder einer augenzwinkernden Story um Karl den Großen. Stoff genug, um „mehr“ wissen zu wollen und sich in die Geschichte unserer Region zu stürzen.