LONDON
PHILIP DETHLEFS (DPA)

US-Sänger und Songwriter Bruno Mars bringt sein drittes Album heraus

Vier Jahre hat sich Bruno Mars nach „Unorthodox Jukebox“ für sein drittes Album Zeit gelassen. Zwischendurch sang er auf der Mark-Ronson-Single „Uptown Funk“, die in mehreren Ländern Platz eins der Charts belegte. Mars wurde 1985 in Honolulu geboren. Schon als kleiner Junge stand er auf der Bühne und lernte als Elvis-Imitator, wie man ein Publikum unterhält. Der weltweite Durchbruch gelang ihm mit der Single „Just The Way You Are“.

Bisher hat der vierfache Grammy-Gewinner, der R&B mit Funk, Soul, Pop und Reggae mischt, eine EP und drei Alben veröffentlicht. Nun erscheint sein drittes Album „24K Magic“. Im Interview erzählt Bruno Mars von Erfolgsdruck und verrät, warum er gern im Auto arbeitet.

Sie haben vor Kurzem angekündigt, dass Sie bessere Songs schreiben wollen, bessere Konzerte geben und bessere Musikvideos drehen. Klingt, als würden Sie sich selbst eine Menge Druck machen.

Bruno Mars Das ist eine Menge Druck. Aber damit verdiene ich meinen Lebensunterhalt. Deshalb muss ich das Bestmögliche aus mir rausholen.

Sie sollen viel Zeit damit verbringen, ihre Aufnahmen im Auto zu hören, um die richtige Abmischung zu finden.

Mars Mein Auto ist meine Testumgebung. Wenn es in meinem Auto gut klingt, wenn Schlagzeug und Gesang gut rüberkommen und der Song seinen Zweck erfüllt, dann hab ich das Gefühl, ich hab’s geschafft.

Sie legen viel Wert darauf, nicht nur einzelne Songs zu veröffentlichen, sondern ein ganzheitliches Album. Manche sagen, mit dem Album als Kunstform ist es vorbei.

Mars Das stimmt. Es ist vorbei. Es gibt keine Plattenläden mehr. Es macht keinen Sinn mehr, Alben aufzunehmen. Doch ich bin in einer Zeit aufgewachsen, als es anders war. Vielleicht wäre ich nicht hier, wenn ich nicht nach der Schule immer in die Plattenläden gelaufen wäre, umgeben von Musik, die mich inspiriert hat. Ich bin mit Alben aufgewachsen, die Geschichten erzählt haben. Es drehte sich nicht alles nur ums Radio. Es ging darum, zu zeigen, wer man war und für was man steht. Das will ich auch.

Manche Leute werden nur einzelne Songs des Albums kaufen.

Mars Die tun sich keinen Gefallen. Wenn sie einen Song gekauft haben, dann sollten sie auch die anderen acht hören. Denn die Lieder sprechen miteinander. Darauf hab ich im Studio geachtet.

Als Kind sind Sie häufig als Elvis-Imitator aufgetreten und hatten sogar einen Auftritt im Kinofilm „Honeymoon In Vegas“ (1992).

Mars Ich hätte fast einen Oscar bekommen!

Wirklich? Waren Sie nominiert?

Mars Nein. Aber ich erzähle gern, dass ich fast nominiert worden wäre. [lacht]

Wie viel Elvis steckt heute noch in Ihnen?

Mars Guck dir die Juwelen im Musikvideo an und die schrillen Outfits. Ich glaube, das wird mir immer auf eine gewisse Art im Blut liegen, den Leuten die große Show zu liefern.

Wenn Sie auf die vergangenen Jahre Ihrer Karriere in der Musikbranche zurückblicken, was war Ihr persönlicher Höhepunkt?

Mars Als ich „Grenade“ zum ersten Mal vor einem Publikum gesungen hab, bevor überhaupt irgendjemand den Song gehört hatte. Das war etwas Besonderes. Denn als ich aufgewachsen bin, habe ich nur Cover-Versionen gespielt und in Bars die Lieder von anderen gesungen.

Als ich dann mein erstes eigenes Album beworben habe und eine Reihe von eigenen Songs geschrieben hatte, da kam dieses Gefühl: Vielleicht hast du hier gerade etwas erreicht.

Außenstehende hätten wahrscheinlich eher auf einen Auftritt beim Super Bowl getippt.

Mars Dass ich irgendwann beim Super Bowl auftrete, war klar.

Adele, mit der Sie auch schon zusammengearbeitet haben, hat kürzlich gesagt, dass es ihr recht wäre, nicht mehr auf der Bühne zu stehen und nur noch im Studio zu singen. Der Applaus würde ihr nicht fehlen. Wie wäre das bei Ihnen?

Mars Um den Applaus geht es nicht. Ich liebe es, zu hören, wie eine Live-Band meine Songs spielt. Schon als Kind fand ich es toll, ein Mikrophon zu nehmen und meine Stimme auf den großen Lautsprechern zu hören. Oder die Gitarre. Das fühlt sich an wie Superkräfte.