LUXEMBURG
CHRISTIAN BLOCK

Landwirte und Mittelstand können Beihilfen für Photovoltaik-Anlagen künftigdirekt beantragen - Solarkataster zeigt Potenzial für Paneele

Einen ersten Schub für die Photovoltaik gab es bereits. Durch eine Anpassung am Beihilfensystem für Anlagen zur Produktion von Solarstrom sowie das gestern vorgestellte Solarkataster erwartet sich Energieminister Claude Turmes (déi gréng) einen weiteren: Die Beihilfen zur Installation von Anlagen mit einer Leistung zwischen 30kW und bis zu 200 kW können in Zukunft direkt von Landwirten, kleinen und mittleren Unternehmen sowie für Gebäude im Dienstleistungssektor abgerufen werden - statt den Umweg über eine Kooperative gehen zu müssen.

Gleichzeitig ist es künftig möglich, auf geoportail.lu einzusehen, wie viele Kilowattstunden eine PV-Anlage auf dem eigenen Dach produzieren und wie groß eine Anlage ausfallen könnte. Ergänzt werden soll das mit myenergy ausgearbeitete Kataster noch durch einem Simulator, der über den Investitionskostenpunkt und die Rentabilität der PV-Anlage informieren soll. Bürger oder Unternehmen sollen so nach der Vorstellung des Grünen-Ministers „mit einem Klick“ zu ihrer Solaranlage finden. Eine Anlage mit einer Leistung von etwa 10 MWh/Jahr könne den gesamten Strombedarf eines Hauses, die Beladung eines E-Autos sowie eine Wärmepumpe abgedecken. In Zukunft Häuser ohne Emissionsausstoß zu haben sei erklärtes Ziel der Regierung. „Das Haus von morgen ist eines ohne Schornstein und mit Solaranlage“, meinte Turmes mit Verweis auf die staatlichen Prämien zur energetischen Sanierung.

Solarstrom hat in den vergangenen Jahren zwar immer mehr an Bedeutung gewonnen, allerdings hat die Entwicklung erst im vergangenen Jahr an Fahrt aufgenommen. Mit einer aktuellen Leistung von 150 MW wird Strom für bis zu 100.000 Personen generiert (bei einem angenommenen Durchschnittsverbrauch von 1.400 kW/Jahr/Person). Pro Einwohner befinde sich Luxemburg mit einem Wert von 229 Watt auf Platz 7 in der EU.

Großprojekte inder Umsetzung

Infolge einer Ausschreibung werden bis spätestens Ende 2021 noch einige Großprojekte hinzukommen: 18 MW durch Solarzellen auf Industriegebäuden von Kronospan, Luxlait, De Verband, Sudgaz, Enovos und anderen, zwei MW durch überdachte Parkplätze (wie Sudstroum Parking Biohealth und Mamer Solar) sieben MW auf Industriegrundstücken (Enovos (auf der Goodyear-Strecke) und RTL mit Enovos (Antennen Beidweiler)) und weitere drei MW durch schwimmende Solaranlagen auf einem Kühlweiher von ArcelorMittal. Insgesamt hat das Ministerium 20 Angebote zurückbehalten mit einer Gesamtleistung von etwas mehr als 30 MW. Ausschreibungen wie diese sollen im Prinzip jedes Jahr erfolgen, im kommenden Jahr womöglich mit einer noch höheren Leistung.

Die Regierung strebt in ihrem nationalen Klima- und Energieplan eine „Solaroffensive“ an. Die Leistung von 197 Gigawattstunden in diesem Jahr soll sich binnen eines Jahrzehnts fast versechsfachen auf 1.112 GWh.


Weitere Informationen unter cleversolar.lu (myenergy) und geoportail.lu (Rubrik Energie)