FRISINGEN
GASTON FREYMANN

Unstimmigkeit in der schwarz-roten Koalition in Frisingen

Dass die sektoriellen Leitpläne, wie sie staatlicherseits vorgelegt wurden, nicht unbedingt den Vorstellungen des Frisinger Schöffen- und Gemeinderates entsprechen, war bei der gestrigen Sitzung deutlich erkennbar. Wenn es auch zwischen der schwarz-roten Majorität und den Oppositionspolitikern Marcel Mousel und Roger Beissel („D’Equipe“) zu längeren Diskussionen kam, so ging es dabei um die Vorgehensweise der Gemeindeführung, bei der Transparenz vermisst wurde, und um Formfehler. Dies hielt die beiden Politiker jedoch nicht davon ab, dem vom Schöffenrat ausgearbeiteten Dokument zuzustimmen.

Beim Thema „Wohnungsbau“ wies Bürgermeisterin Marie-Louise Aulner (CSV) auf die Verlängerung der Saarautobahn (A13) hin: Eine gute strategische Lage in puncto Straßennetz, die dazu geführt hat, dass viel Wohnraum im Süden des Landes geschaffen wurde. Frisingen ist ein Beispiel dafür. Zwischen 1995 und 2005 wuchs die Bevölkerung in Frisingen jährlich um 3,78 Prozent, im Kanton Esch lediglich um 1,78 Prozent und auf Landesebene um 1,14 Prozent. Wenn auch der Bevölkerungszuwachs für die Zeitspanne zwischen 2005 und 2013 laut Statec auf 3,1 Prozent gesunken ist, so hat Frisingen, was den Wohnungsbau betrifft, noch nichts an Attraktivität verloren. Hauptsächlich in den Ortschaften Frisingen und Hellingen besteht noch eine beachtliche Reserve an Bauland, was einen kontinuierlichen Zuwachs von 20 Prozent in den zwölf kommenden Jahren ermöglichen könnte. Es sei allerdings nicht der Wunsch, als prioritäre Gemeinde eingestuft zu werden, wie die Bürgermeisterin festhielt.

Am ländlichen Charakter festhalten

Ein Großteil des im Flächennutzungsplan ausgewiesenen Baulandes in Hellingen befindet sich allerdings im privaten Besitz und wird zurzeit für landwirtschaftliche Zwecke genutzt, wie die Bürgermeisterin weiter unterstrich. Der Schöffenrat wünsche, dass ein Teil dieser Ländereien für Bauzwecke freigegeben werde. Allerdings müsse man am ländlichen Charakter der Ortschaften Hellingen und Aspelt festhalten, meinte Marie-Louise Aulner weiter. Auch hätten sich die Gemeindeverantwortlichen gewünscht, wie die Bürgermeisterin festhielt, wenn bei der Ausarbeitung der sektoriellen Pläne auf die ausgewiesenen Schutzzonen für Landwirtschaft hingewiesen worden wäre.

Dies rief Rat Damien Sagrillo (LSAP) auf den Plan, der auf das Koalitionsabkommen zwischen CSV und LSAP hinwies und den neuen, noch nicht fertig gestellten Flächennutzungsplan, der in Hellingen ein kontrolliertes Wachsen mit kleinen Projekten an ökologischen Wohneinheiten vorsieht. Dies dürfte auch Sagrillo dazu bewogen haben, als einziger Gewählte und dazu noch auf Seiten der Majorität, sich bei der Abstimmung zu enthalten.

In den Augen der politischen Verantwortlichen der Gemeinde Frisingen ist die vorgesehene Pufferzone von 300 Meter weder realistisch noch denkbar. Die Schaffung eines 20 bis 40 Meter breiten Streifens sei hier eher vertretbar, hieß es. Des Weiteren schlägt der Gemeinderat vor, die in Aspelt geplante kommunale Industriezone an einen für diese Zwecke günstigeren Standort zwischen den Ortschaften Frisingen und Hellingen, der an die Autobahn angrenzt, zu verlegen. Gleichzeitig soll dann auch der Standort als regionale oder nationale Industriezone ausgewiesen werden.

In Sachen Transport steht in der Stellungnahme des Gemeinderats, dass seit Jahren der P&R in Frisingen völlig überlastet ist, eine Vergrößerung in dem sektoriellen Leitplan Transport aber nicht vorgesehen ist.

Des Weiteren sollen sowohl der öffentliche Transport als auch die Radwege in Richtung Hauptstadt ausgebaut werden.

Eine Anbindung an das bestehende Radwegenetz soll verwirklicht werden. Auch wird für eine direkte Busverbindung zwischen Hellingen und der Hauptstadt plädiert.