LUXEMBURG
ANDRÉ BAULER

Der unzureichende Denkmalschutz in Luxemburg und die beschränkten Möglichkeiten des Denkmalschutzamtes verlangen seit Jahren nach einer umfassenden Reformen. Der DP-Abgeordnete André Bauler ruft an dieser Stelle nach klaren Regeln:

„Viele von uns erfreuen sich auf ihren Auslandsreisen an der historischen Bausubstanz und den Kulturschätzen fremder Länder. Was dort gepflegt und geschützt wird, riskiert jedoch in Luxemburg allzu oft der Abrissbirne zum Opfer zu fallen. Deshalb brauchen wir in Luxemburg gesetzlich verankerte Kriterien, die den Denkmalschutz regeln und auch einklagbar sind.

Kulturministerin Sam Tanson hat nun die Vorbereitungsarbeiten des ehemaligen Staatssekretärs Guy Arendt abgeschlossen und den Gesetzentwurf im Parlament eingebracht. Der gesetzliche Rahmen dürfte 2021 verabschiedet werden. Es geht darum, klare Verhältnisse zu schaffen, sprich für Rechtsschutz und Transparenz zu sorgen, sowie unanfechtbare, wissenschaftliche Inventare zu erstellen.

Wir haben es bislang mit zwei Gesetzen zu tun, die nicht aufeinander abgestimmt sind. Dadurch waren und sind Interessenkonflikte vorprogrammiert. Der neue Text soll also Abhilfe schaffen und dazu beitragen, die Öffentlichkeit besser zu informieren. Zudem sollen die Verwaltungswege verkürzt werden. Ein Plus für alle Betroffenen. Wir benötigen auch endlich eine einsehbare Schutzliste für die Besitzer, Bauträger, Gemeinden und staatlichen Verwaltungen. Dies garantiert mehr Planungssicherheit.

Transparenz und Rechtssicherheit sind Schlüsselwörter in diesem Kontext. Transparenz bedeutet u.a., dass die Bürger Einblick in den Kriterienkatalog haben. Es geht um vereinfachte Prozeduren, um schneller und effizienter zu werden. Jeder Partner muss von Anfang an miteinbezogen und informiert sein. Das Ziel ist eine bessere Koordinierung zwischen den Verwaltungen und den Ministerien.

Transparenz bedeutet auch, dass nachvollziehbare Prozeduren und vollständige Denkmallisten bestehen. Wir benötigen ein wissenschaftliches Inventar und eine Verwaltung, die sich darum kümmert. Was auf dem nach wissenschaftlichen Kriterien erstellten Inventar steht, soll in Zukunft automatisch geschützt sein.

Also ein nationaler Schutzmechanismus mit klaren Regeln. Historisch wertvolle und folglich schützenswerte Gebäude gehören nun einmal zum kulturellen und historischen Erbe des Landes. Der Denkmalschutz braucht in Zukunft mehr Finanzmittel. Neue Modelle, wie z.B. ein ‚Fonds national du patrimoine‘, der auch von Mäzenen gespeist werden könnte, würden dazu beitragen, spezifische Projekte zu unterstützen. Unsere Gesellschaft trägt eine besondere Verantwortung gegenüber unserer Baukultur. Es geht um die Nutzbarkeit und Weiterentwicklung dieser Substanz und um deren Erhalt. Ein Ziel, um das es sich zu bemühen lohnt.“