ESCH/ALZETTE
GAST. SPECK

Elysis asbl hat Planung übernommen - Schulorganisation wurde ebenfalls verabschiedet

Zunächst ging es einmal um die Schulorganisation, dann um das große Bauen: Zu Beginn der gestrigen Sitzung des Escher Stadtrates ging Schulschöffe Jean Tonnar (LSAP) auf die nun definitive Schulorganisation 2015/2016 ein. Mittlerweile, so Tonnar, zählt die Minettemetropole 33.734 Einwohner, unter ihnen 3.270 Grundschüler, die in insgesamt 211 Escher Schulklassen untergebracht sind.

Offenes Gebäudemit jeder Menge Grünfläche

Anschließend ging Bürgermeisterin Vera Spautz (LSAP) auf ein Projekt zum Bau eines Pflegeheims für physisch und psychisch kranke Personen ein. Wie seit Längerem bekannt, ist auf dem früheren, ein Hektar großen, Gelände der inzwischen abgerissenen „Grénger Schoul“ im Viertel Wobrécken die Errichtung der sogenannten Zentrumsschule vorgesehen.

Aber nicht nur - denn auch die Vereinigung Elysis trat an die Escher Verantwortlichen mit der Bitte heran, auf diesem Gelände zusätzlich zur Schule ein weiteres Projekt ausführen zu dürfen. Es soll ein vierflügeliges offenes Gebäude in der Nähe von Grünflächen und Schule entstehen, das integral von Elysis asbl finanziert wird.

Nach der Fertigstellung könnten 140 pflegebedürftige Menschen in einem den letzten Erkenntnissen angepassten Umfeld und unter der Obhut von 150 hochqualifizierten Spezialisten aus dem Bereich der Versorgung hier untergebracht werden.

Das Schulprojekt, so Spautz, werde man ebenfalls verwirklichen. Erst einmal müsse man aber die Resultate eines Architektenwettbewerbes abwarten, der bereits läuft und dessen Auswertung bis März 2016 andauern wird.

CSV meldet Bedenken an

Bei den sich anschließenden Diskussionen zeigten sich die CSV-Räte Frunnes Maroldt, André Zwally und Georges Mischo bezüglich der Standortwahl für die Elysis-Konstruktion eher skeptisch. Dort, wo einst eine Schule war, muss auch wieder eine Schule hin, argumentierten die Christlich-Sozialen. Ihrer Meinung nach würde die Nachbarschaft des Pflegeheims die Schule in den Hintergrund drängen und für zusätzlichen Autoverkehr im Viertel Wobrécken sorgen. Keinesfalls sei man gegen die Einrichtung einer solchen Institution in Esch, aber nur nicht auf dem vom Schöffenrat auserwählten Standort.

Es gibt auch Zuspruch

Zénon Bernard (KPL) gewann dem Projekt nur Positives ab. Guy Kersch und Laurent Biltgen (déi Lenk) begrüßten das Vorhaben, das inmitten eines anspruchsvollen Umfeldes entstehen soll.

Dies tat ebenfalls Luc Majerus (déi gréng), der zudem das Miteinander von Jung und Alt lobend hervorhob.

Taina Bofferding (LSAP) wies auf den nicht auf Profit ausgelegten Charakter des Projektes hin, der es ermögliche, die eingefahrenen Gewinne immer wieder in die Verbesserung der Anlagen zu investieren.

Erbpachtvertrag

Elysis rechnet mit einem Invest von rund 45 Millionen Euro für das Projekt. „Ein schöner Batzen Geld für eine Vereinigung ohne Gewinnzweck“, meinte Vera Spautz. Zusätzliche finanzielle Hilfsmittel wurden bereits beim zuständigen Ministerium beantragt. Die Geländenutzung, die vonseiten der Gemeinde zur Verfügung gestellt wird, soll mittels eines Erbpachtvertrags über die Dauer von 49 Jahren geregelt und bei Bedarf verlängert werden.

Auf diese Weise fließen seitens Elysis alljährlich 115.000 Euro Pachtgelder in den Gemeindesäckel.

Für die Konvention zwischen Gemeinde und Elysis stimmten alle Räte. Der Erbpachtvertrag zwischen beiden Partnern hingegen wurde ohne die Stimmen der CSV gebilligt.