DÜDELINGEN
SIMONE MOLITOR

Festival „Like a Jazz Machine“ geht in die achte Runde

Als der Wechsel an der Spitze des Kulturzentrums opderschmelz in Düdelingen angekündigt wurde, ging kurz das Gerücht um, dass der Jazz nun komplett aus dem Programm verschwinden würde. Der neue Direktor John Rech ist bekanntlich eher im Pop/Rock-Bereich zuhause, derweil Danielle Igniti als Jazz-Liebhaberin galt. „Das ‚Like a Jazz Machine‘-Festival liegt uns sehr am Herzen. Es bleibt auch weiterhin einer der wichtigsten Bestandteile unseres Programms“, versicherte Rech aber gestern während der Vorstellung der achten Ausgabe, die vom 16. bis 19. Mai über die Bühne geht. „Wir bauen weiter auf dem auf, womit wir hier in Düdelingen in Sachen Jazz vor 30 Jahren angefangen haben und was dann unter Danielle Igniti in diesem Haus noch mehr Aufmerksamkeit bekam“, erklärte er. Nur das Datum habe geändert. Künftig wird „Like a Jazz Machine“ nicht mehr um Pfingsten sondern Mitte Mai stattfinden, um mehr Spielraum für die Organisation der „Fête de la Musique“ zu lassen.

Neue Musikprojekte im Gepäck

Patricia Jochheim, die bereits Anfang des Jahres als „Madame Jazz pour l’avenir“ präsentiert wurde, hat die Programmgestaltung in diesem Bereich übernommen. Auch diesmal finden sich wieder große Namen im Line-Up des „Like a Jazz Machine“, genau wie den Luxemburger Künstlern ein gewohnt großzügiger Platz zugestanden wird. „Fast alle Künstler stellen neue Projekte vor. Das soll einer unserer Schwerpunkte bleiben. Es ist Teil unserer Philosophie, Musiker über eine längere Zeit zu begleiten und ihnen eine Plattform zu bieten, wenn sie wieder etwas Neues am Start haben“, meinte Jochheim. Der Großteil der Musiker spielt demnach nicht zum ersten Mal im opderschmelz. „Es sind Freunde, die immer wieder zurückkehren, obwohl sie eigentlich in viel größeren Sälen spielen könnten. Das ist ein schönes Kompliment“, freute sich Rech.

Den Auftakt macht am 16. Mai um 18.30 das multinationale Quintett um die luxemburgisch-britische Sängerin Claire Parsons, das modernen europäischen Jazz bietet. Um 20.00 folgt der Auftritt vom Rembrandt Frerichs Trio mit Hermine Deurloo. Um 21.30 übernimmt das Quartett des jungen luxemburgischen Pianisten Arthur Possing. Den Abschluss dieses ersten Festivaltags macht der berühmte Trompeter Enrico Rava im Rahmen seiner „80th Birthday Tour“.

Der 17. Mai startet um 18.30 mit einem Konzert des New Monk Trio um den Pianisten Laurent de Wilde. Um 20.00 stellt das Marly Marques Quintet & Friends sein neues Album „Sea Change“ vor, das während einer Künstlerresidenz im opderschmelz aufgenommen wurde. Bassist Kyle Eastwood übernimmt um 21.30. Der Abend schließt mit der Darbietung von den „enfants terribles du jazz“ der britischen Formation Get the Blessing.

Am 18. Mai stellt das Michel Edelin Quintet feat. John Greaves sein neues Album „Echoes of Henry Cow“ um 18.30 vor. Der luxemburgische Jazz-Gitarrist David Laborier spielt um 20.00 Stücke von seinem 2018 erschienenen Album „NE:X:T“. Um 21.30 wird es etwas spezieller mit den vier Musikern von No Tongues. Der dritte Festivaltag endet um 23.00 mit dem Soweto Kinch Quaret fest. Theo Croker + Greg Hutchinson.

Am 19. Mai stehen dann noch drei letzte Konzerte auf dem Programm: Der Luxemburger Drummer Jeff Herr macht mit seinem neuen Projekt „Tele-Port!“ den Anfang um 18.30. Der luxemburgische Vibrafonist Pascal Schumacher steht um 20.00 solo auf der Bühne. Die achte Auflage des „Like a Jazz Machine“ endet mit dem Auftritt eines weiteren Schlagzeugers: Manu Katché um 21.30.

Jüngeres Publikum im Visier

„Wir versuchen, ein jüngeres Publikum anzuziehen. Der Altersdurchschnitt im Jazz-Bereich liegt ja doch bei 50. Das liegt teils auch an dem Vorurteil, Jazz wäre verstaubt oder nur etwas für Intellektuelle“, gab Patricia Jochheim am Ende zu bedenken. In den letzten Jahren habe dieser Musikstil aber auch bei den jüngeren Generationen an Wichtigkeit gewonnen, meinte John Rech, „junge Leute sind inzwischen doch präsenter, gerade auch weil wir viele junge Künstler auf der Bühne haben“. Letztlich wolle man einem breiten Publikum geniale Musik zu erschwinglichen Preisen bieten. Die Tagestickets kosten im Vorverkauf 30 Euro (an der Abendkasse 35 Euro), die Festivalpässe für alle vier Tage gibt es für 85 Euro.

Details und Tickets unter www.opderschmelz.lu