LUXEMBURG
ANNETTE DUSCHINGER

Die ADEM legt die April-Zahlen vor: weiterhin keine Entwarnung auf dem Arbeitsmarkt

Den gestern von der ADEM veröffentlichten Zahlen nach ist weiterhin keine Besserung der Arbeitslosigkeit abzusehen, ganz im Gegenteil: wiederum gestiegen auf mittlerweile 6,7% ist die Zahl der bei der ADEM am 30. April eingeschriebenen Arbeitssuchenden, die in Luxemburg wohnhaft sind und für eine Neueinstellung zur Verfügung stehen. Bereinigt um die jahreszeitlich bedingten Schwankungen ist dies ein Prozent mehr als im vergangenen Monat und genau 14,9% mehr als vor einem Jahr. 9.044 Männern stehen dabei 7.605 Frauen gegenüber.

Hinter diesen tristen Zahlen verstecken sich 16.649 Einzelschicksale. 7.314 von ihnen erhalten die vollen Arbeitslosenbezüge, eine Zahl, die innerhalb von einem Jahr sogar um 15,7% gestiegen ist. Zählt man noch die bei der ADEM eingeschriebenen Personen dazu, die sich im Krankenschein oder im Mutterschaftsurlaub befinden, ergibt sich eine Gesamtzahl von 17.968 Personen. Um 2,9% höher als noch vor einem Jahr liegt dagegen die Zahl der in einer Arbeits- oder Weiterbildungsmaßnahme Beschäftigten: 4.669 sind es mittlerweile.

Weniger Neueinschreibungen

Mit 1.454 im Laufe des Monats April angelegten Akten zeigt sich die geringste Zahl seit langem. Das Gros entfiel auf die Altersklasse der 30 bis 39-Jährigen (378), gefolgt von jeweils 331 Dossiers der jungen Leute unter 25 und der 40- bis 49-Jährigen. Mit 158 Dossiers waren die 50- bis 59-Jährigen weniger betroffen. Ein Drittel der April-Dossiers waren übrigens Ersteinschreibungen bei der ADEM. Gehalten hat sich seit einem Jahr der Anteil der Langzeitarbeitslosen: Jeder Vierte ist schon länger als 24 Monate auf der Suche.

Diesen Zahlen stehen derzeit 2.413 Stellenangebote gegenüber. Gesucht werden vor allem Freiberufler, Techniker und Ähnliche (765 Posten) sowie Büroangestellte (652). Weiterhin betrifft jede zehnte offene Stelle einen Direktorposten beziehungsweise einen höheren Verwaltungskader. Derselbe Prozentsatz trifft auf Handwerker und Facharbeiter zu sowie das Hotel- und Gaststättengewerbe mit 234 zu besetzenden Posten. Selbst wenn alle jungen Neu-Arbeitslosen zur Horesca drängten, würde das den Kohl nicht viel fetter machen. Das Dilemma zeigt sich deutlich: 45% der Arbeitslosen sind dagegen Personen mit niedrigem Ausbildungsstand.