DEN HAAG
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Es ist das erste Urteil wegen der Zerstörung religiöser oder historischer Gebäude: Der Internationale Strafgerichtshof hat einen malischen Extremisten zu neun Jahren Gefängnis verurteilt. Der IStGH sah es am Dienstag in Den Haag als erwiesen an, dass Ahmad al-Mahdi al-Faqi die Zerstörung von Mausoleen 2012 in Timbuktu beaufsichtigt hat.

Für den Strafgerichtshof war der Prozess auch von großer Bedeutung, weil es erst das vierte Urteil überhaupt war. Seit Gründung des Gerichtshofs im Jahr 2002 gibt es immer wieder Schwierigkeiten, Verdächtige zur Rechenschaft zu ziehen.

Zum Prozessauftakt im August bekannte sich Al-Mahdi schuldig und bereute sein Vorgehen. Im Verlauf des Prozesses rief er Muslime weltweit auf, keine ähnlichen Verbrechen zu begehen. „Der Menschheit bringt das nichts Gutes“, sagte er. Al-Mahdi hätte zu einer Haftstrafe bis zu 30 Jahren verurteilt werden können. Unter anderem habe sein glaubwürdiges Schuldeingeständnis aber zu dem milderen Urteil geführt, sagte der Vorsitzende Richter Raul Pangalangan.

Vor vier Jahren hatte Al-Mahdi mit einer dem Terrornetzwerk Al-Kaida nahestehende Extremistengruppe unter anderem neun Mausoleen in Timbuktu mit Spitzhacken zerstören lassen. Die meisten Gebäude des Weltkulturerbes sind mittlerweile restauriert worden. Timbuktu beherbergte in seiner Blütezeit im 15. und 16. Jahrhundert viele muslimische Schulen und Universitäten.