LUXEMBURG
SVEN WOHL

Weniger kann auch mehr sein: Tourismus in der Hauptstadt und im Zentrum in Zeiten von Corona

Ein wenig anders, viel kleiner, aber größtenteils wie gehabt – so lässt sich ungefähr die touristische Situation im Zentrum/Westen im Jahr 2020 beschreiben. Denn obwohl es pandemiebedingt Auflagen und Einschränkungen gibt, scheint jeder sein Bestes zu geben, um ein möglichst reichhaltiges Angebot bereit zu stellen. „Wir bieten dieses Jahr, wie auch die Jahre zuvor, ein Sommerprogramm an“, erzählt uns Tiago Santos vom ORT - Region Guttland auf Nachfrage. Bei den zahlreichen Führungen, die angeboten werden, müsste man sich zwar auf neun Besucher plus Guide begrenzen, aber ansonsten sei das meiste wie gehabt.

„Guttland Classics“, „Guttland by Night“ und „Guttland Special“ sind Standard und bleiben im Programm. Neu hinzu gekommen ist dieses Jahr „Guttland for Kids” mit interaktiven Ateliers. In Nospelt können die Kleinen etwa ihr eigenes „Péckvillchen“ machen oder im Schiefermuseum in Martelingen Schiefer schlagen. „Wir arbeiten nur per Anmeldung“, erklärt Tiago Santos weiter. Sowohl per Mail, auf der Webseite als auch per Telefon kann man sich anmelden. Um den regionalen Partnern weiter entgegen zu kommen, sei das komplette Angebot was die Führungen angeht, gratis. Offen sind alle Attraktionen, mit Ausnahme des Vitariums, das voraussichtlich im September wiedereröffnet.

Eine Saison der Anpassungen

Auch beim Luxembourg City Tourist Office (LCTO) ist die Stimmung trotz der Krise überraschend gut. „Verschiedene Angebote wurden an die aktuelle Situation angepasst“, erklärte uns Tom Bellion, Direktor des LCTO. Dass die Gruppen bei den touristischen Führungen kleiner ausfallen, habe auch sein Gutes, meint er: „Der Kunde erhält eine bessere Betreuung, weil die Gästeführer mehr auf sie eingehen können.”

Beliebt seien vor allem die Gästeführungen im großherzoglichen Palast. Hier werden acht Besichtigungen am Tag unter den entsprechenden Hygiene-Bedienungen durchgeführt. Ob proportional mehr oder weniger Luxemburger oder Touristen insgesamt hier teilnehmen ist noch sehr schwierig einzuschätzen, auch weil die Saison erst begonnen hat. Doch bei diesem touristischen Highlight macht sich bereits bemerkbar, dass vor allem deutsche Touristen vergangene Woche größtenteils ausblieben.

Holländer sind dagegen verstärkt anzutreffen – sie kommen von den Campingplätzen aus dem ganzen Land in die Stadt, um die dortigen Attraktionen wahrzunehmen. Das sei eine gute Nachricht, auch für die Belegung der Campingplätze.

Grundsätzlich gebe es viele gute Gründe, in die Hauptstadt zu kommen. Zum einen gibt es neben den touristischen Angeboten natürlich immer viele Shopping-Möglichkeiten. Und auch wenn es einen die Pandemie gerne vergessen lässt: Dieses Jahr feiert man das 25. Jubiläum der Aufnahme der Hauptstadt in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbe. Die perfekte Gelegenheit also, die Stadt mit neugierigem Blick neu zu entdecken.

Mehr Informationen finden Sie unter: tinyurl.com/guttlandxp und luxembourg-city.com