LUXEMBURG
JEFF KARIER

Die „eTourEurope“ machte gestern halt in Luxemburg

Wer ein Elektro-Auto fährt ist nach wie vor ein Paradisvogel im luxemburgischen Straßenverkehr. Im Großherzogtum gibt es aktuell nur etwa 2.500 Elektro- und Hybrid-Autos. Das sind gerade mal 0.7 % aller Autos in Luxemburg. Dabei wird auf nationaler Ebene seit vielen Jahren daran gearbeitet, Elektroautos attraktiver zu machen, wie etwa durch Aufladestationen in Parkhäusern. Jedoch ist die Annahme in der Bevölkerung noch weit verbreitet, Elektroautos seien nur für sehr kurze Strecken und bestenfalls als Zweitwagen geeignet. Dass dem nicht so ist, beweisen die Organisatoren der „eTourEurope“, Europas anspruchsvollster Elektromobilrundfahrt: 15 Teams fahren mit Serienfahrzeugen oder Projekt-Autos in neun Tagen durchneun Länder und legen dabei über 4.200 km rein elektrisch zurück. Ziel ist es, die Leistungsfähigkeit und die Freude am elektrischen Fahren zu demonstrieren und Elektromobilität in ganz Europa erlebbar zu machen.

Geringe Reichweite

Am Sonntag machte die „eTourEurope“ bereits zum zweiten Mal im Großherzogtum Halt, diesmal auf dem „Glacis“ Parkplatz in Luxemburg-Stadt. Gegen 16.00 trafen bereits die ersten Teilnehmer der Rallye ein und auch die ersten Schaulustigen und Interessierten fanden sich nach und nach ein. Während die Fahrer ihre Wagen über eine der Steckdosen aufluden, fuhren auch Elektroautos mit luxemburgischen Kennzeichen vor. Diese kamen auf Einladung von Fréderic-Michael Foeteler, dem Organisator der „eTourEurope“ in Luxemburg.„Wenn es um Elektro-Autos geht, wird als Gegenargument oft die zu geringe Reichweite genannt. Vor allem dann, wenn es ums Verreisen geht“ erklärt Foeteler. Das Argument ist nicht aus der Luft gegriffen, schaffen einige Modelle unter realen Bedingungen doch lediglich etwa 100 Kilometer pro Ladung. Es gibt aber auch Elektroautos, die mehr als 300 Kilometer pro Ladung schaffen. Ein weiteres Problem ist die zu geringe Abdeckung mit Ladestationen in Luxemburg aber auch im Ausland. Das Problem soll sich laut der Politik aber in den kommenden Jahren lösen. Dann wäre da noch der doch recht hohe Preis, kosten Elektroautos doch immer noch ein gutes Stück mehr als jene mit Benzin- oder Diesel-Motors. Die laufenden Kosten hingegen sind so gering, dass der hohe Anschaffungspreis laut Foeteler schnell vergessen ist.

Die Reise geht weiter

Auf dem Glacis standen Autos von vielen verschiedenen Herstellern. Neben Renault, Mitsubishi und Peugeot, waren auch einige Autos der Marke Tesla sowie eines von BMW dort. Letztere sehen weniger wie Elektroautos, als vielmehr wie echte Sportwagen aus. Ein klarer Beweis dafür, dass Fahren mit Strom nicht langweilig sein muss. Nach dem Stopp in Luxemburg werden die 15 Teams des „eTourEurope“ unter anderem noch die Städte Linz, Budapest und Hamburg ansteuern, bis sie dann am 17. Mai wieder in München eintreffen, dort wo die Teams ihre Rallye begonnen hatten.
Weitere Informationen finden Sie auf www.etoureurope.eu