LUXEMBURG
LIZ MIKOS

Eine Organspende rettete Danielles Leben

Danielle Klein wollte vor vier Jahren vor allem eines: Gesund sein. Die heute 21-jährige war an einer Autoimmunkrankheit erkrankt. Sie wusste: Ohne Organtransplantation blieb nur der Tod. Zwei neue Nieren haben ihr Leben gerettet. Mit dem „Journal“ spricht Danielle ganz exklusiv über ihre Organspende.

Warum brauchtest du neue Nieren?

Danielle Klein Wie ich kranke wurde, ist nicht wirklich klar. Meine Krankheit war bereits weit fortgeschritten, bevor sie überhaupt entdeckt wurde. Der Arzt sagt nur, dass es sich um eine Autoimmunerkrankung handelt, also um einen Angriff des Immunsystems gegen körpereigenes Gewebe. In so einem Fall erkennt das Immunsystem irrtümlicherweise körpereigenes Gewebe - in meinem Fall die beiden Nieren - als zu bekämpfende Fremdkörper an. Mein eigener Körper stieß meine Nieren ab. Deshalb brauchte ich zwei neue Nieren.

Wie konntest du gerettet werden?

Klein Mein Arzt bemerkte, dass mit mir etwas nicht stimmt. Er fand dies aufgrund der schlechten Cholesterinwerte in meinem Blut heraus. Er schickte mich zu Spezialisten nach Brüssel und kümmerte sich um die weiteren Behandlungen. Er tat alles, um mir zu helfen - obwohl ihm von vorne herein klar war, dass ich nicht geheilt werden konnte. Erst ganz zum Schluss, nach ein paar Jahren und vielen fehlgeschlagenen Versuchen erklärte er mir, dass ich ein Spenderorgan zum Leben bräuchte.

Was hast du empfunden, als die Nachricht kam, dass es einen Spender gibt?

Klein Der Anruf kam um 2.00 nachts. Es klingt erstaunlich, aber anfangs war ich überhaupt nicht begeistert. Ich konnte mich nicht darüber freuen, dass jemand gestorben war, oder gar dankbar dafür sein. Ich musste immer an den Verstorbenen denken. Ein anderer Grund war die Schule. Eine Transplantation bedeutete, dass ich einige Monate nicht dorthin konnte. Dabei hatte ich eigentlich vor, mein Schuljahr zu schaffen. Aus heutiger Sicht klingt das merkwürdig, aber damals war ich nicht in Hochstimmung. Erst kurz vor der Transplantation fing ich an zu begreifen, was für ein Glück ich hatte. Heute würde ich nie wieder daran zweifeln!

Wie hat sich dein Leben seit der Transplantation verändert?

Klein Ich habe mich unglaublich schnell erholt. Es war ein Hochgefühl. Ich war voller Energie, hatte wieder Appetit und konnte das Krankenhaus bereits nach zehn Tagen verlassen. Das ist ungewöhnlich. Die schönste Veränderung war aber, dass ich nicht mehr drei Mal in der Woche für vier bis fünf Stunden zur Dialyse musste. Ich konnte endlich wieder ausgehen, Tennis spielen, meine Freunde treffen, ins Kino gehen, und reisen - kurz, ein ganz normales Leben führen. Das ist ein wunderbares Gefühl.