FRISINGEN
PATRICK VERSALL

Grafikerin Sandra Jost stieg vor drei Jahren mit Delarosa Editions ins Verlagsgeschäft ein

Hätte die Autorin Patty Moes für die Veröffentlichung ihres Lyrikbands „Dialogues de saisons“ vor drei Jahren ein Verlagshaus gefunden, würde die Grafikerin Sandra Jost heute keine Bücher verlegen. Nach der Lektüre des Manuskripts ihrer Bekannten entschied Jost, das Buch unter dem Namen ihrer Werbeagentur Delarosa zu veröffentlichen. Sie habe das Manuskript interessant gefunden, sei sich aber bewusst gewesen, dass das Werk eine spezielle Zielgruppe ansprechen würde. Gedichte zählen gemeinhin nicht zu dem Stoff, aus dem Bestseller geformt werden.

Know-how vorhanden

Dem Entschluss, ins Verlagswesen einzusteigen, stand nichts im Wege, da Jost und ihr Team bereits über das notwendige Know-how verfügten, um Druckprodukte auszuarbeiten und zu vermarkten: „Die Werbeagentur weiß natürlich, wie man ein Produkt bewerben muss, außerdem verfügen wir über Grafiker und haben einen direkten Draht zu einer Druckerei“, unterstreicht die Unternehmerin und ergänzt, dass man auf die Dienste von Freelance-Lektoren zurückgreife. Die einzige Herausforderung für Delarosa Editions war die Kontaktaufnahme zu den luxemburgischen Buchhandlungen: Als junges Verlagshaus sei man von einigen Händlern anfangs skeptisch beäugt worden, erinnert sich Jost, die vom Krimi über den Fotoband bis zum Verbenbuch a la Bécherel für Sprachschüler heute eine breite Palette an Publikationen abdeckt. Die Bücher aus Frisingen sind in zahlreichen luxemburgischen Buchhandlungen erhältlich oder direkt über die Internetseite des Verlags.

Auch zu Buchläden aus dem benachbarten Ausland unterhält der Verlag Kontakte; eine Auswahl an Delarosa-Publikationen ist jetzt schon in einer Trierer Buchhandlung zu bekommen. Bei der Auswahl der Bücher, die ihr Haus zur Veröffentlichung angeboten bekommt, versucht sie nicht zu selektiv vorzugehen. Ihr Verlag würde sich in der Regel mit den Autoren zusammensetzen, um Veröffentlichungsmodelle auszuarbeiten, damit auch Bücher publiziert werden könnten, die nur eine kleine Käuferschaft ansprächen, erklärt die Grafikerin und verweist auf einen Bildband über Luxemburgs Orchideen. „Es wäre aber schade, ein solches Werk den Lesern vorzuenthalten“, merkt sie an. Ein Teil der Veröffentlichungskosten tragen die Autoren selber. Dies erlaube ihnen eine höhere Beteiligung am Verkaufspreis, kommentiert die Unternehmerin ihr Finanzierungsmodell.

Die Zusammenarbeit mit den Autoren stellt für Jost eine tolle Erfahrung dar. „Autoren und Grafiker sind kreative Leute, jeder bringt seine eigenen, oftmals sehr speziellen Ideen in die Diskussionen mit ein.“


www.delarosa.lu