STEGEN
NORA SCHLEICH

„Legacy of Atlas“ gewinnen beim „Rock the South 2018“

Wenn die Fünf von „Legacy of Atlas“ auf der Bühne stehen, gibt es richtig was auf die Ohren. Beim diesjährigen „Rock the South“ Contest in Petingen haben sich die Jungs den ersten Platz geholt und gelten nun als Newcomer des Jahres. Organisiert wurde der Wettbewerb von der Jugendorganisation der Gemeinde, vom SNJ und drei Radiosendern. Als Gewinn erwartet die Band nun ein ganzes Rocklab-Packet, gestiftet von der „Rockhal“. Darin enthalten sind unter anderem On-Stage-Proben, Coaching und professionelle Begleitung, um die Band bestmöglich zu fördern. Davon werden Kevin Gricius (25) am Schlagzeug, Pol Turchi (26) am Bass, Odin Berrend (21) und Yannick Kohl (24) an der Gitarre, sowie Sänger Fabien Hornick (23) ordentlich profitieren können. Im Interview haben wir mit Fabien über den Wettbewerb und die Metal-Szene in Luxemburg gesprochen.

Was hat es mit dem Namen „Legacy of Atlas“ auf sich?

FABIEN HORNICK Atlas ist der griechische Gott, der die Erde am Drehen hält. Wir stellen sein Vermächtnis dar, denn wir sind alle selbst dafür zuständig, wie wir unsere Welt behandeln und was hier auf Erden vor sich geht. All die Erscheinungen wie etwa Klimaerwärmung und ähnliches kommen nicht von irgendwo. In unseren Texten greifen wir dies auf und sind eher sozialkritisch und autobiografisch unterwegs.

Wie ist die Band zu Stande gekommen?

FABIEN Zuvor habe ich bei „Soulhenge“ gespielt. Wegen Schulstress habe ich aber die Prioritäten neu ordnen müssen und das Projekt verlassen, immer mit der Idee, später weiter Musik machen zu wollen. Paul und Kevin kannte ich schon länger, da wir Arbeitskollegen sind. Yannick war auch schon bei „Soulhenge“ als Gitarrist und hatte Lust, an der neuen Formation teilzunehmen. Als ich dann noch Odin fragte, ob er nicht mitmachen wollte, waren wir komplett. Das war vor über drei Jahren im Dezember 2015.

Euch gibt es also schon etwas länger?

FABIEN Ja, aber wir haben uns bis jetzt immer sehr zurückgehalten. Wenn man uns für Konzerte buchte, haben wir natürlich gerne gespielt. Aber selbst haben wir uns nie um die Organisation eines Auftritts gekümmert. Die Metal-Szene ist hier im Land ohnehin etwas eingeschlafen. Mit „Soulhenge“ war es damals noch viel einfacher, in der Öffentlichkeit aufzutreten. Wir konnten direkt auf dem „Food For Your Senses“ Festival spielen und ergatterten darauf schnell viele weitere Auftritte. Heute ist die Metal-Szene vielleicht noch nicht tot, aber auf jeden Fall wesentlich ruhiger.

Woran liegt das Deiner Meinung nach?

FABIEN Das ist schwer zu sagen. Vielleicht fehlt im Allgemeinen einfach das Interesse an Metal? Bei den Leuten, die fünf Jahre jünger sind als ich, gibt es nur wenige, die sich mit der Musik und der anhängenden Subkultur identifizieren können. Bestes Beispiel hierfür ist das „Nordic Rock“ Festival in Vianden. Das ist echt ein großes Event, allerdings im Norden des Landes. Die Leute aus dem Süden machen sich oft nicht die Mühe, bis nach Vianden zu fahren. Das ist eigentlich sehr schade, denn dort treten viele gute und junge Bands auf, die es in meinen Augen verdient hätten, vor mehr Publikum spielen zu können und so bekannter zu werden. Was aber hierzulande gut im Kommen ist, sind die ganzen Indie-Bands. Indie hat Metal wohl einfach abgelöst. Was aber auch irgendwie normal ist, denn die Musik ist wesentlich zugänglicher.

Wie seid ihr zum „Rock the South“ gekommen?

FABIEN Wir haben uns ganz einfach dort angemeldet. Eine Woche vor dem Contest haben wir das Okay zur Teilnahme bekommen. Also sind wir dahin gefahren und haben dort gespielt. Die Jury hat uns nach verschiedenen Kriterien bewertet: Bühnenperformance, Publikumseinbindung, technischer Ablauf, musikalische Performance. Wir sind gegen drei andere Bands angetreten. Was mich aber wunderte ist, dass es mit „Serpent Bite“ nur eine andere etwas härtere Band gab. Es spielten noch „Drife“, die rockig sind, aber eher cool und auf der Bühne von einer Geige begleitet. Auch „Stelise“ sind ein ganz anderes Genre als wir. Die Konkurrenz war demnach recht klein, vor allen Dingen wegen den großen Unterschieden.

Wie hast Du die Atmosphäre während des Konzerts empfunden?

FABIEN Ich fand es cool, besonders da so viele Leute aus dem Norden unter den Zuschauern waren. „Drife“ haben quasi ihren ganzen Fanclub mitgebracht. Als wir dann sagten, dass wir auch aus dem Norden kommen und in Hosingen proben, war die Laune direkt super. Die Leute waren so motiviert, dass sie sogar einen kleinen „Circle Pit“ angefangen haben, das war echt cool. Ohnehin gefällt unseren Zuhörern gut, dass wir nicht nur Rumschreien, sondern auch mit Rap und Gesang kombinieren. Beschreiben würden wir unseren Sound als hart, melodisch und modern. Da kommt gutes Feedback zusammen, uns wird oft gesagt wir wären anders als das, was es sonst so gibt. Ich habe auch schon gehört, dass wir als das neue „Linkin Park“ aus Luxemburg bezeichnet wurden, das ist natürlich ein großes Kompliment - obwohl ich mich diesem Lob dann doch noch nicht so wirklich gewachsen fühle.

Was hält die Zukunft für euch bereit?

FABIEN Da wir von der „Rockhal“ durch das gewonnene Förderprogramm unterstützt werden, rückt das nächste Ziel in greifbare Nähe: Wir diskutieren gerade über unsere erste EP oder ein eigenes Album!