CLAUDE KARGER

„Schießentümpel statt Niagarafälle“ titelt das „Wort“ zur Initiative des Tourismusministeriums, die Leute dazu zu bringen, mal die Sehenswürdigkeiten vor ihrer Haustür zu besuchen und gar Urlaub im Ländchen zu machen. Man muss tatsächlich nicht immer in die weite Ferne schweifen, um richtig Tolles zu entdecken in unseren geschichts-, kultur- und naturverwöhnten Breitengraden. Beim Flanieren wird man aber freilich nur ungern gefilmt. Und auch sonst nicht. So manchem ist der Ausbau der Kamerakonzentration in der Hauptstadt deshalb ein Dorn im Auge. Den Grünen zum Beispiel, die nun den Minister für die innere Sicherheit stellen. Der „neue Sheriff in Kamera-City“ (wie ein „T“-Journalist im „Trierischer Volksfreund“ titelt) hatte zwar nach einem Vorfall bei einem Bahnhof gemeint, Kameras würden das Sicherheitsempfinden bei der Bahn stärken, zeigt sich aber nun zurückhaltend beim Ausbau des auch von der Datenschutzbehörde kritisierten „Visupol“. „L’extension de la vidéosurveillance dans la capitale est un des nombreux thèmes qui provoquent le symptôme de la langue fourchue chez les Verts“, schreibt dazu „woxx“ online und berichtet sogar von „Dr François und Mr Bausch“. Mal schauen, ob die Klärung der Datenbankgrundlagenfrage bei der Polizei die beiden Seelen wieder zusammenbringt.