Steve Zimmer fährt bereits seit Jahren Rallye und hat nach wie vor Spaß an seinem Sport. Im Interview erzählt der 29 Jährige, wie er dazu kam, was er erlebt hat und was seine Pläne für die Zukunft sind.
Was war Ihre erste Berührung mit dem Rallyesport?
Steve Zimmer Mein Vater ist selbst lange Jahre Rallye gefahren und ich habe den Sport bereits in jungen Jahren durch ihn kennen- und dann auch liebengelernt. Ich habe daraufhin angefangen, Kart zu fahren und als ich 2004 18 Jahre alt hatte und meinen Führerschein bekam, bin ich zwei Wochen später meine erste Rallye gefahren und habe seither nicht damit aufgehört.
Mit welchem Auto sind Sie denn damals an den Start gegangen?
Zimmer Das war ein BMW 318, den ich aber vor einigen Jahren verkauft habe. Der Wagen dreht aber irgendwo noch immer seine Runden. Aktuell fahre ich einen BMW M3 E46. Dabei muss man sagen, dass BMWs im Rallyesport eher eine Seltenheit sind, da sie hinten angetrieben sind. Die meisten fahren mit Autos, die Vorder- oder Vierradantrieb haben. Aber ich bin halt ein großer BMW-Fan und fahre diese Autos einfach gerne.
Sind Sie denn in Ihrer Karriere auch mal der Marke BMW fremdgegangen?
Zimmer Ja ich bin unter anderem eine ganze Saison auf einem Mitsubishi Lancer Evo X gefahren, dann aber wieder auf BMW umgestiegen. Dieses Jahr bin ich zum Beispiel die „Rallye des Ardennes“ auf einem Porsche 997 GT3 gefahren, was eine tolle Erfahrung war.
Was ist es, das Sie an Ihrem Sport so fasziniert?
Zimmer Zum einen, dass es ein Teamsport ist. Man sitzt nicht alleine im Cockpit, sondern mit einem Copiloten, auf den man sich zu 100 Prozent verlassen können muss. Es ist einfach dieser Teamgeist, den man braucht, um den Wagen bis ins Ziel zu bringen, der mich mitreißt. Zum anderen, dass man während des Rennens an nichts anderes denkt, als an das Rennen. Ich bin dann einfach in einem Flow drin. Hinzu kommt noch der Adrenalinschub, wenn man versucht, so schnell und präzise wie möglich die Strecke zu meistern.
Aktuell ist Michèle Brachtenbach Ihre Copilotin. Seit wann?
Zimmer Wir fahren erst seit dieser Saison in einem Wagen. Michèle war auf der Suche nach einem neuen Fahrer und ich nach einem neuen Copiloten beziehungsweise Copilotin. Bisher bin ich mit Steve Lanners als Copilot Rennen gefahren und das schon seit 2005. Allerdings hatte er sich dazu entschlossen nach der vergangenen Saison, den Helm an den Nagel zu hängen.
War es für Sie eine schwierige Umstellung nach so langer Zeit mit Steve Lanners als Copiloten, nun jemand anderes neben sich sitzen zu haben?
Zimmer Eigentlich nicht. Michèle ist sehr erfahren als Copilotin, immerhin ist Sie letztes Jahr luxemburgische Meisterin geworden. Wir hatten uns als Team schnell eingespielt.
Bisher scheint die Saison ja gut gelaufen zu sein, immerhin belegen Sie aktuell Platz eins in der nationalen Meisterschaft.
Zimmer Das stimmt, bisher lief es recht gut für uns, zumindest was die luxemburgische Meisterschaft angeht. Allerdings sind es bis zum Saisonende im November noch vier Rennen und bis dahin kann noch so einiges passieren. Ich bin aber zuversichtlich, dass es dieses Jahr mit dem Titel klappt.
Hatten Sie in Ihrer Karriere als Rallyefahrer schon eine schwere Verletzung?
Zimmer Nein, bisher hatte ich da wohl recht viel Glück. Ich hatte aber auch noch keinen schweren Unfall, bei dem ich mich hätte schwer verletzen können. 2006 hatte ich allerdings eine Phase, in der ich drei Unfälle kurz nacheinander hatte, wodurch ich vom Rallyesport für kurze Zeit etwas die Nase voll hatte.
Gibt es einen Moment in Ihrer Karriere, der aus sportlicher Sicht besonders war?
Zimmer Eines der Highlights war für mich die diesjährige „Rallye des Ardennes“. Zum einen, weil ich dort mit einem Porsche 997 GT3 an den Start gegangen bin, was für mich ein besonderes Auto ist. Zum anderen, weil die Wetterbedingungen sehr anspruchsvoll waren. Am Ende belegten wir im Generalklassement Platz zehn. Der dritte Platz wäre aber drin gewesen, wenn ich in einer Kurve, die voller Matsch war, nicht einen kleinen Fehler begangen hätte.
Wie sieht Ihre Vorbereitung auf ein Rennen aus?
Zimmer Das beginnt beim Sammeln von Informationen über das Rennen und dem Buchen des Hotels, über die körperliche Vorbereitung, dass man physisch fit fürs Rennen ist, bis hin zur Arbeit am Auto an sich. Man ist mehr damit beschäftigt, alles vorzubereiten, als Rennen zu fahren. Was in Luxemburg zur ordentlichen Vorbereitung aber fehlt, ist die Möglichkeit, den Wagen zu testen, da es fast nicht möglich ist, eine Strecke dafür absperren zu können. Das ist im Vergleich zum Ausland ein großer Nachteil.
Wie lange glauben Sie werden Sie noch Rennen fahren?
Zimmer Also bisher habe ich keine Pläne, mich aus dem Rallyesport zurückzuziehen. Allerdings wird wohl der Tag kommen, an dem ich keine Zeit mehr habe für den Sport oder kürzer treten muss.
Gibt es denn eine Strecke, auf der Sie gerne einmal ein Rennen fahren würden?
Zimmer Mein Traum wäre es, eine Wertungsprüfung in der Stadt Luxemburg zu fahren. Da es aber seit diesem Jahr keinen „Rallye Luxemburg“ mehr gibt, dürfte dieser Traum nicht so schnell in Erfüllung gehen.
Weitere Informationen zum Rallyesport in Luxemburg finden Sie unter www.facebook.com/ALLSA.asbl und www.gdmh-rallysport.lu



