DIFFERDINGEN/LUXEMBURG
PATRICK WELTER

„Gartenhäuschen“-Affäre in Differdingen - Verwaltungsrat des CIGL bezog Stellung

In Differdingen hat das Aufräumen nach der Aufregung um das „Gartenhäuschen“ von Bürgermeister Roberto Traversini (déi greng) begonnen. Zunächst bezog die kommunale Beschäftigungsinitiative CIGL Stellung zu den Arbeiten, die im Haus von Bürgermeister Traversini von ihren Mitarbeitern durchgeführt wurden.

Blitzeinladung für heute

Gestern folgte dann am Nachmittag eine Blitzeinladung zu einer Pressekonferenz heute Morgen mit dem Sujet „Suites au conseil communal au 18 septembre“. Man darf gespannt sein.

Stellungnahme

In seiner Stellungnahme berief sich der Verwaltungsrat des CIGL Differdange auf die Vorwürfe der Gemeinderäte François Meisch, Gary Diderich und Erny Müller, die Arbeiten der Beschäftigungsinitiative für Bürgermeister Traversini seien gratis erfolgt.

Die unproblematischen Arbeiten

Die Mitarbeiter des CIGL hätten tatsächlich am ererbten Haus des Bürgermeisters Arbeiten durchgeführt:

- Möbel seien unentgeltlich zu Gunsten eines Sozialladens abgeholt worden;

- Im Juni 2019 habe eine Mannschaft des CIGL innerhalb des Hauses eine praktische Schulung zum Thema „Holzfassaden“ erhalten. Die sei keine Auftragsarbeit des Bürgermeisters, der auch Präsident des CIGL ist, gewesen. Es sei ein Vorschlag des technischen Leiters des CIGL gewesen.

Beide Arbeiten ständen im Einklang mit den vom Ministerium für Arbeit und Solidarwirtschaft vorgegebenen Kriterien für die Wiedereingliederung von Langzeitarbeitslosen durch eine Beschäftigungsgesellschaft. So weit, so unproblematisch.

Nicht ganz nach Vorschrift...

Allerdings habe Bürgermeister Traversini den Verwaltungsrat selbst auf eine Unregelmäßigkeit hingewiesen. Am 19. Juli hätten drei Mitglieder des „Service Mines“ für vier Stunden an einem Geländer des Hauses gearbeitet. Den Arbeitsauftrag dafür habe Traversini ohne Wissen der anderen Verwaltungsratsmitglieder erteilt.

Überprüfung

Der Verwaltungsrat sei sich einig, dass letztere Arbeit nicht mit den sozialen Zielen des CIGL übereinstimme. In den nächsten Wochen wolle man die internen Vorschriften überprüfen. In der Stellungnahme wird noch einmal ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die Beschäftigungsgesellschaft von einem externen Rechnungsprüfer überwacht wird.