LUXEMBURG
LJ

Bis zu 20 Prozent aller Covid-19-Tests liefern falsches negatives Resultat

Noch am Mittwoch hatte Prof. Dr. Ulf Nehrbass, der Koordinator der Covid-19-Taskforce und Generaldirektor des „Luxembourg Institute of Health“, gegenüber unseren Kollegen von RTL erklärt, dass es im Rahmen des Large-Scale-Testing im Prinzip keine falschen negativen und auch keine falschen positiven Resultate gegeben habe, antwortete Gesundheitsministerin Paulette Lenert gestern auf eine entsprechende parlamentarische Anfrage der CSV-Abgeordneten Françoise Hetto-Gaasch quasi das Gegenteil, nämlich dass es bei den Tests sehr wohl eine Fehlerquote gäbe: „Et geet een dovunner aus, dass bis zu 20 % vun den Tester kënne falsch negativ sinn, an domat bestehend Infektioune verpassen“.

Bei Symptomen den Test trotz negativem Ergebnis wiederholen

Falsche positive Ergebnisse seien hingegen eher unwahrscheinlich: „Wéint der héijer Spezifizitéit kann een dovun ausgoen, dass e positiivt Resultat effektiv positiv ass a net muss kontrolléiert ginn“. Bei einem negativen Resultat hingegen, und wenn die klinischen Symptome darauf hindeuten würden, dass es sich trotzdem um einen Fall von Covid-19 handeln könne - zum Beispiel durch eine bilaterale Lungenentzündung mit den typischen Bildern im Scanner -, werde dazu geraten, den Test zu wiederholen.

Die Auswertung eines jeden Tests erfolge indes nach den Prozeduren, die im jeweiligen Corona-Testkit festgelegt seien, wobei sich jedes Laboratorium an diese Prozeduren halten müsse.

Wer sich ungerecht behandelt fühlt, kann sich melden

Paulette Lenert beantwortete gestern (unter anderem) auch noch eine Frage der beiden CSV-Abgeordneten Martine Hansen und Georges Mischo über eventuelle Beschwerden. Wer sich ungerecht behandelt fühle, zum Beispiel weil er ungerechterweise oder zu lange in Isolation gesetzt worden sei, der könne sich direkt an den Gesundheitsdirektor oder an die „Inspection sanitaire“ wenden. Dies könne gelegentlich vorkommen, wenn die „Inspection sanitaire“ nicht genau über den Anfang der Symptome oder das Datum des Abstrichs informiert sei, sondern nur über das Datum des Testresultats, und wenn sie keine Möglichkeit habe,  selber mit der betroffenen Person zu sprechen, zum Beispiel wenn keine gültige Telefonummer vorliege oder die Person nicht abhebe. In diesem Fall könne die Dauer der Isolation nachträglich korrigiert werden.

66 neue Corona-Fälle und ein weiterer Todesfall

Was nun die neuesten Corona-Zahlen anbelangt, so waren gestern von insgesamt 10.071 Tests 66 positiv, davon entfallen 12 auf Grenzgänger. Auch gibt es ein weiteres Todesopfer zu beklagen; damit steigt die Gesamtzahl der Todesfälle auf 119. Aktuell werden 51 Corona-Patienten im Krankenhaus behandelt, neun davon auf der Intensivstation. Die sogenannte Reproduktionszahl liegt momentan bei 0,74.

Heute findet übrigens auch wieder eine Sitzung des Regierungsrats statt, demnach die Regierungsmitglieder, wie voraussichtlich auch all die anderen Politiker, in diesem Jahr sogar während der „grouss Vakanz“ nur ganz kurz ausspannen, um gegebenenfalls sofort wieder einsatzbereit sein zu können...