LUXEMBURG
JEFF KARIER

Champagner ist vielseitig und weltweit gefragt

Unter den Schaumweinen ist er der König: der Champagner. Benannt nach der Region Champagne ist seine Bezeichnung geschützt. Das „Comité Champagne“, der berufsübergreifende Dachverband, kümmert sich daher unter anderem um das Einhalten der Appellation sowie die Kommunikation nach außen. So stellten Thibaut Le Mailloux, Sprecher des „Comité Champagne“ und Gregoire Van den Ostende, Direktor des Büros Champagne Benelux bei einem Presseessen unter Beweis, dass Champagne nicht nur fürs Aperitif geeignet ist, sondern auch zum Essen getrunken werden kann. Denn durch die Assemblage der Grundweine gibt es eine große Bandbreite an Champagner und passt somit auch zu Geflügel, Meeresfrüchten oder Desserts.

Umsatz erneut gesteigert

„Im weltweiten Wettbewerb sehen wir uns einer größeren Konkurrenz gegenüber also noch vor einigen Jahren“, erklärt Le Mailloux. Trotzdem lassen sich die Absatzzahlen der insgesamt 320 Winzerbetrieben der Champagne, die rund 15.800 Personen beschäftigen, sehen. So wurde im vergangenen ein Rekordumsatz von Jahr 4,9 Milliarden Euro gemacht, wobei 2,8 Prozent auf den Export entfallen. Seit 2005 ist der Umsatz um eine Milliarde Euro gestiegen.

Luxemburg als Absatzmarkt ist im Vergleich zu den USA oder auch Großbritannien zwar sehr klein, allerdings dennoch bemerkenswert. Denn mit 0,92 Flaschen Champagner pro Einwohner ist der jährliche Konsum der zweithöchste der Welt und wird nur von Frankreich übertroffen. Diese Tatsache ist beim Anblick der luxemburgischen Produktion von Crémants, deren Qualität seit einigen Jahren auf einem sehr hohen Niveau ist, beeindruckend. Interessant ist darüber hinaus auch, dass Brut mit 86,63 Prozent m beliebtesten bei den Luxemburgern ist. Rosé macht 6,9 Prozent des Imports, Demi-sec 1,8 Prozent und „ Cuvées spéciales „ 2,9 Prozent.

AußergewöhnlicherJahrgang 2018

Wie Le Mailloux mit einem Lächeln erklärt wird der Jahrgang 2018 ein wirklich außergewöhnlicher, und zwar in mehrerlei Hinsicht. „Zum einen haben wir bereits am 20. August mit der lesen begonnen“, erklärt er. Das zwei zwar bereits das fünfte Mal in den letzten 15 Jahren. Allerdings seien die Winzer der Champagne in ihrer gesamten Geschichte erst einmal früher in den Weinhängen gewesen.

Dem vorangegangen ist ein sehr nasser Winter, worauf allerdings ab April sehr sonnige Wochen mit Temperaturen, die weit über dem zehnjahres-Durchschnitt lagen. „Durch dieses Klima haben sich die Weinreben schnell entwickelt und auch die Blütezeit sowie die Reifung verlief unter idealen Bedingungen“, betont Le Mailloux. Zum Zeitpunkt der Lese waren die Trauben zahlreiche, gesund, reich an Zucker und sehr aromatisch. Perfekt also für einen vorzüglichen Jahrgang. Allerdings hätte es auch nicht viel trockener sein dürfen. Durch die ertragreiche Lese wurde überall der marktfähige Ertrag von 10.800 kg / ha, so dass die Winzer ihre Reserven auffüllen können, um dadurch eine Rücklage für die kommenden Jahre zu haben, die aufgrund der klimatischen Veränderungen große Herausforderungen mit sich bringen.

Aufgrund dieser sind die Winzer der Region und das „Comité Champagne“ dabei neue Rebsorten beziehungsweise Hybriden zu züchten, die nicht nur besser an die neuen klimatischen Bedingungen angepasst sind, sondern auch resistenter gegen Krankheiten. „Bis aus diesen jedoch Champagner hergestellt werden kann wird es wohl noch rund 25 Jahre dauern“, erklärt Le Mailloux. Darüber hinaus setzten alle Beteiligten auf mehr Biodiversität, eine besseres Wassermanagement und eine Senkung der CO2-Bilanz, um so ihren Beitrag zum Klimaschutz zu leisten und an Anbaugebiet zu bewahren.


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