LUXEMBURG
MAX HAHN

Ab dem 1. Januar 2020 sind Rauchmelder in Neubauten Pflicht, das entschied das luxemburgische Parlament letzten Dienstag, 19. November. Als ehemaliger Offizier der Berufsfeuerwehr liegt dem Abgeordneten Max Hahn dieses Gesetz besonders am Herzen. Hier erklärt er die Wichtigkeit und Dringlichkeit einer solchen Maßnahme.

„Wir haben in Luxemburg durchschnittlich zwei Brandtote pro Jahr – das sind natürlich zwei zu viel. Was man dagegen unternehmen kann – was die luxemburgische Feuerwehr auch schon lange fordert – ist die Rauchmelder-Pflicht. Diese gibt es auch in unseren Nachbarländern, in Deutschland hängt es vom jeweiligen Bundesland ab. Das Resultat dieser Maßnahme ist ganz einfach, dass weniger Menschen durch Brände ums Leben kommen. Das Problem bei einem Feuer liegt nämlich hier: Viele Brände entstehen in der Nacht, wenn wir schlafen. Da unser Geruchssinn ebenfalls schläft, werden wir nicht durch den Geruch von Feuer oder Rauch wach und brauchen somit das akustische Signal des Rauchmelders, um uns zu warnen und zu wecken. Darum ist es auch wichtig die Rauchmelder in den Schlafzimmern und in den Fluchtwegen anzubringen. Mein persönliches Anliegen: Nicht warten, bis das Gesetz in Kraft tritt. Obligatorisch sind Rauchmelder im Neubau ab dem 1. Januar 2020, im Altbau erst ab dem 1. Januar 2023. Das ist meiner Meinung nach natürlich viel zu spät, deshalb ist es mein Wunsch, dass die Leute schon eher handeln und sich neben dem, den sie vom Staat geschenkt bekommen haben, noch weitere Rauchmelder zulegen – vielleicht sogar darauf achten, dass die Rauchmelder miteinander kommunizieren. Es gibt Modelle, die über Funksignale in Kontakt stehen, was vor allem für Eltern einen großen Vorteil hat. Sollte ein Brand im Kinderzimmer entstehen, geben die Rauchmelder das Signal weiter und helfen so einem Kind, das das Signal zwar hört, aber nicht entsprechend reagieren kann, indem die Eltern gewarnt werden. Noch ein kleiner Tipp von mir als ehemaliger Offizier der Berufsfeuerwehr: Es gibt Exemplare, die zusätzlich mit einem LED-Licht ausgestattet sind, das den Fluchtweg beleuchtet. Dies ist besonders hilfreich, weil im Falle eines Brandes oft der Strom gekappt wird, oder man den Lichtschalter durch den Rauch nicht mehr findet. Besonders am Herzen liegt mir aber, dass die Rauchmelder, die bereits im Besitz der Leute sind, auch angebracht werden, denn in der Schublade bringen sie nichts. Leider gibt es da viele, die Angst davor haben, in die Decke zu bohren, oder vielleicht beim Bohren das Stromkabel der Lampe zu erwischen. Aber auch dafür gibt es eine einfache und praktische Lösung: Magnet-Halterungen. Die sind in jedem Bauhaus und Supermarkt erhältlich und werden angeklebt statt eingebohrt. Hierzu gibt es auf meiner Facebook-Seite auch ein Video inklusive Youtube-Link, das dieses Verfahren nochmal genauer erklärt. Es ist einfach wichtig, dass die Leute sich den Gefahren eines Brandes bewusst sind. Wir können drei Wochen ohne Essen überleben, drei Tage ohne Trinken, aber ohne Sauerstoff bleiben uns höchstens drei Minuten - im Brandfall können schon zwei bis drei Atemzüge der giftigen Gase uns das Leben kosten.“