LUXEMBURG
CHRISTIAN BLOCK

Kulturausschuss: Exit-Strategie für Theater und Kulturzentren in Ausarbeitung

Eine Reihe von Bibliotheken, Museen und Ausstellungen haben oder öffnen in dieser Woche wieder ihre Türen. Doch wie sieht es mit Theatern oder Konzertsälen aus, die darüber hinaus ja auch die Saison 2020/21 planen müssen? Über diese Frage tauschte sich der parlamentarische Kulturausschuss gestern mit Ressortministerin Sam Tanson (déi gréng) aus. Laut Zusammenfassung des Parlaments müssen sich die Leiter dieser Einrichtungen zunächst weiter in Geduld üben. Ein Datum für eine Wiedereröffnung von Theaterbühnen und Konzertsälen steht noch nicht fest. „Alles hängt von der Entwicklung der Anzahl der Fälle von mit dem Virus angesteckten Personen ab“, erklärte die Kulturministerin laut Zusammenfassung der „Chamber“. Allerdings arbeiten die Theaterföderation und das Netzwerk der Kulturzentren im Rahmen eine Arbeitsgruppe daran, wie Events innerhalb dieser Einrichtungen organisiert werden könnten. Eine normale Funktionsweise wie vor dem „Lockdown“ sei auch in den kommenden Wochen nicht möglich, in angepasster Form aber womöglich schon, so Tanson.

Künstlerstatut und Kurzzeit-Beschäftigte: Reform angepeilt

Tanson stellte in der Kommissionssitzung ebenfalls eine Reform des Gesetzes über das Künstlerstatut und die sogenannten „intermittents du spectacle“ in Aussicht. Die Grünen-Ministerin räumte ein, dass die Covid-19-Krise die Schwächen der bestehenden Gesetzgebung offenbart habe. Nun sollen Diskussionen mit dem Kulturmilieu geführt werden, um eine globale Analyse und anschließend eine Revision in die Wege zu leiten. Eine erste Bilanz solle nach der Sommerpause erfolgen. Hintergrund des gestrigen Austauschs war eine Motion der CSV-Abgeordneten Octavie Modert aus der Plenarsitzung vom 31. März. Die Regierung sollte demnach die Situation der Institute und Institutionen berücksichtigen, die noch vor der Ausrufung des Ausnahmezustands ihre Türen schlossen. Die Motion der größten Oppositionspartei forderte die Regierung ebenfalls dazu auf, eine Quote für ein luxemburgisches Kulturprogramm in den Programmen der Radiosender vorzusehen. Dazu wäre nach Regierung ein Gesetz erforderlich, ein Weg, den Tanson aber nicht einschlagen will. Sie wolle eher auf den Dialog mit den luxemburgischen Radiosendern setzen.

Die Planungsarbeiten für Esch 2022 wurden hingegen bislang nach Aussagen von Tanson und dem Escher Bürgermeister und Abgeordneten Georges Mischo (CSV) nicht durch die Covid-19-Krise verlangsamt, ist weiter aus dem Ausschuss zu erfahren. Allerdings könne der Zeitplan verschiedener Baustellen auf Belval in Verzug geraten. Für diesen Fall gebe es Mischo zufolge aber Alternativen. Probleme drohen hingegen an anderer Front. Nach Regierungsangaben wollen Rumänien, Griechenland und Serbien ihre Teilnahme für die europäischen Kulturhauptstädte für das Jahr 2021 verschieben. Eine Entscheidung sei zwar noch nicht gefallen, doch würde Ministerin Tanson gerne vermeiden, dass nicht weniger als fünf Städte 2022 gleichzeitig ein Programm als Kulturhauptstädte auffahren.

Unter tinyurl.com/Kulturoffen findet sich eine Liste der Einrichtungen, die wieder öffnen können. Sie soll aktualisiert werden.