LUXEMBURG
DR. ELISA MEYER

Was in Amerika schon längst zum Alltag gehört, ist in Europa noch neu und ungewohnt. Seit kurzem ist es auch in Luxemburg möglich, eine Kuscheltherapie zu machen. So bietet die von der Luxemburgerin Elisa Meyer gegründete „Kuschel Kiste“, die bislang nur in Deutschland und Österreich aktiv war, ihre Dienste seit kurzem auch hierzulande an. Meyer hat auch bereits ein Buch, „Berührungshunger“, zum Thema herausgebracht.

„Kuscheln. Was ist Kuscheln? Kuscheln kann alles und nichts sein. In meinen Augen bedeutet es dieses: Berührung, Intimität, Nähe, Achtsamkeit, Geben und Empfangen. Berührung der Seele, des Geistes, des Körpers. Beim Kuscheln entstehen alle möglichen Gedanken, Gefühle und Empfindungen, und gehen wieder. Angst, Stress, Sorgen lösen sich in Nichts auf.

Damit bin ich auch schon bei meiner Bedeutung von Kuscheln. Kinder machen es uns vor. Sie brauchen Kuscheln, wenn es ihnen schlecht geht, wenn sie Schmerzen haben, wenn sie traurig sind. Sie brauchen es, um sich zu stärken: Ihr Selbstbewusstsein, ihr Vertrauen, ihre Liebe. Liebst du mich noch? Magst du mich noch? Bist du für mich da? Ja, ja und ja.

Nun kann es wieder losgehen, raus in die weite Welt. Mit Abenteuerlust und Mut. Die Welt verändern, mich selbst verwirklichen, Freundschaften schließen, neue Gemeinschaften bilden. Besonders als Kind braucht man die Starthilfe durch Berührung. Aber auch später noch. Denn auch im Beruf, in der Beziehung, überall gibt es immer wieder Sorgen und Ängste.

Wir sind nun einmal Säugetiere. Biologische, organische Wesen. Hormone bestimmen unser Leben. Bin ich warm und gemütlich eingekuschelt? Dann bin ich friedlich gestimmt. Sitze ich unbequem hart und ist mir kalt? Dann werde ich ungemütlich und grantig mir selbst und anderen gegenüber. Eine sehr simple Gleichung, für deren Einfachheit wir uns schämen.

Nach längeren Kuschelpausen kommen die Sorgen wieder, kommt der Stress wieder (Cortisol). Schwappt über meinem Kopf zusammen, zieht mich mit in den Stressstrudel. Jetzt kommen wieder die ungemütlichen Gedanken: Mag mich jemand? Wozu tue ich das hier alles? Wer hilft mir mit der ganzen Verantwortung? Muss ich immer alles alleine machen? Was bin wert? Wer kennt mich wirklich? Bin ich glücklich?

Dann wieder ein Kontakt, eine Berührung, eine Umarmung, ein Streicheln, ein Kuscheln (Oxytocin): Die Sorgen und negativen Gedanken fließen langsam wieder ab. Zurück bleibt eine angenehme Leere, ein schwebendes Gefühl. Ich fliege zu neuen Höhen und schaue von dort auf mein Leben. Meine Muskeln entspannen sich, beginnen zu zucken. Fast falle ich in eine Trance, vielleicht schlaf‘ ich sogar ein. Eine sanfte Berührung holt mich zurück. Ein neues Lebensgefühl durchfließt meinen Körper. Meine Energie steigt an und ich könnte Bäume ausreißen. So beginnt der Kreislauf von Neuem.

Den meisten Menschen steht das Wasser bis zum Hals. Viele haben niemanden, der ihnen den Stöpsel zieht, damit alles abfließen kann. Nichts ist wirksamer als eine Umarmung, ein Kuscheln. Das erlebe ich mit jedem Kunden aufs Neue.“

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