LUXEMBURG
JACQUES SCHMITZ

Öffentliche Infoveranstaltung zum Welt-Nierentag auf der Place d’Armes

Anlässlich des Welt-Nierentages luden die „Robert Schuman Hospitäler“ (HRS-Gruppe) die luxemburgische Öffentlichkeit gestern zu einem Infotag rundum das Thema „Nierenerkrankungen“ ein. Bei sonnigem Wetter in der Hauptstadt konnten sich interessierte Passanten an Experten aus verschiedenen medizinischen Bereichen wenden.

Offen für alle Fragen

Die Helfer standen den neugierigen Besuchern an insgesamt neun verschiedenen Informationsständen mit Rat und Tat zur Seite: Die Leute konnten nicht nur unbefangen die Fachleute fragen. Außerdem gab es für alle schnelle und kostenlose medizinische Tests. So konnte man zum Beispiel Blutdruck, Blutzucker und Body Mass Index (BMI) messen; allesamt wichtige Faktoren, die sich auf den Zustand der Nieren auswirken. Die Werte wurden anschließend auf einem so genannten „Gesundheitspass“ vermerkt, mit dem sich die Patienten gegebenenfalls an ihren Hausarzt wenden können. Die Früherkennung von möglichen Krankheitsmustern und die regelmäßige Kontrolle beim Arzt seien wichtig, betonten Experten.

Neben Fachärzten waren auch Ernährungsberater vor Ort, um die Menschen über die Prävention von Nierenleiden aufzuklären. Den Nierenbeschwerden kann man nämlich - wie vielen anderen Krankheiten - durch einen gesunden Lebensstil vorbeugen. Viele Menschen versäumen es zum Beispiel, Sport zu treiben. Auch die Notwendigkeit genügend Wasser zu trinken, wird oft unterschätzt. Empfohlen werden rund zwei Litern pro Tag.

Nieren - dringend gesucht

Zudem wurde auf das Thema Organspende aufmerksam gemacht. „Es ist ein Punkt, der kontrovers diskutiert wird und in unserer Gesellschaft leider immer noch mit Tabus behaftet ist“, sagt Claude Braun, Facharzt für Innere Medizin am Hôpital Kirchberg und Präsident von „Luxembourg-Transplant“ gegenüber dem „Journal“. „Wir wollten mit dieser Veranstaltung aus dem Krankenhaus raus, um eine breite Öffentlichkeit zu erreichen.“ Es ginge unter anderem darum, die Leute auf unkomplizierte Art zu sensibilisieren und objektiv zu informieren.

Man setzt sich nicht auseinander

Viele Menschen würden sich nämlich gar nicht mit der Sache auseinander setzen oder seien abgeschreckt. „Hier können Interessierte direkt und einfach mit erfahrenen Experten ins Gespräch kommen. Die Diskussion ist wichtig; nur so könne seien Vorurteilen zu brechen.“

Erfahrungen von Organ-Empfängern

Wie wichtig das Spenden von Organen ist, legten die Vertreter der ehrenamtlichen Organisation „Amicale des Malades Rénaux de l’Hôpital Kirchberg“ den Besuchern des Infotages dar. „Ich musste fünf Jahre auf eine geeignete Spenderniere warten. Heute kann ich wieder ein weitgehend normales Leben führen. Ich bin überaus dankbar und glücklich“, berichtete eine der engagierten Helferinnen. Unter dem Motto „Patienten für Patienten“ begleiten und unterstützen ehemalige Betroffene die Nierenpatienten auf ihrem Weg der Genesung.