MONNERICH
MADY LUTGEN

Christine Schweich ist eine junge leidenschaftliche Jägerin - ein außergewöhnliches Hobby, das ihr viel Freude bereitet

Seit sie 16 ist, verfügt Christine Schweich über einen Jagdschein. Mit dem „Journal“ unterhielt sich die heute 29jährige Rechtsanwältin über ihre Leidenschaft.

Wie bist du zur Jagd gekommen?

Christine Schweich Ich bin sehr früh mit der Jagd konfrontiert worden, weil meine Eltern Jäger sind. Schon im Kindesalter begleitete ich meinen Vater oft zur Ansitzjagd. Ausserdem macht es mir großen Spaß, draußen in der
Natur zu sein.

Deshalb habe ich mich entschlossen, bereits mit 16 Jahren den Jagdschein zu machen und bis jetzt bin ich immer noch eine begeisterte Jägerin, wobei ich vor allem die Ruhe nach einem stressigen Arbeitstag in der Natur genieße.

Warum ist die Jagd so wichtig?

Schweich Jagen ist in unserer Gesellschaft vor allem wichtig, um die Wildbestände zu regulieren. Verschiedene Wildarten haben keinen natürlichen Feind mehr und deshalb sind Jäger unabdingbar. Man sollte auch nicht vergessen, dass die erlegte Beute einen bedeutenden Anteil des Fleischkonsums in Luxemburg ausmacht.

Wildfleisch ist eines der natürlichsten Produkte und mit den seit Jahren auftretenden Lebensmittelskandalen kann ich nur jedem empfehlen, Wildfleisch aus Luxemburg zu essen, denn hier werden die Tiere nicht kilometerweit transportiert oder gequält.

Wildfleisch kann man ganzjährig genießen (Fondue, Grillen, Steaks, usw.).

Was sagst du zu Jagdgegnern?

Schweich Es ist eine Minorität in Luxemburg, die gegen die Ausübung der Jagd ist.

Ich rede gerne mit jedem über die Jagd und oft lade ich meine Freunde und Bekannten ein, mich zu begleiten damit sie sich ein Bild der Ausübung der Jagd machen können. Die öffentliche Meinung über den Ablauf einer Jagd entspricht nicht wirklich der Realität, weil viele nicht die Gelegenheit haben, an einer Jagd teilzunehmen.

Ich bin ein toleranter Mensch und kann verstehen, wenn jemand selbst nicht zur Jagd geht. Jedoch möchte auch ich, dass man Respekt und Toleranz mir gegenüber zeigt.

Ich möchte nicht als „Killer“ oder „Mörder“ bezeichnet werden, ich erledige lediglich meine Aufgabe als Jäger. Meiner Meinung nach sind alle Gegner der Jagd nicht genügend informiert, um die Wichtigkeit der Jagd zu verstehen. Ich gebe zu bedenken, dass falls die rund 2.000 Jäger, die es in Luxemburg gibt, nicht mehr zur Jagd gehen würden, diese Aufgabe durch öffentliche Gelder finanziert werden müsste. Für den Staat würden dann Kosten in Millionenhöhe anfallen. Demnach sollte man Jäger respektieren und die Bedeutung ihrer Aufgabe nicht unterschätzen.

Wurdest du schon einmal persönlich angegriffen
weil du Jägerin bist?

Schweich Bei Treibjagden kommt es immer wieder vor dass Mountainbiker, Pilzesammler oder Wanderer durch den Wald laufen. Ich habe diese Leute dann immer darauf hingewiesen, dass es an dem Tag vielleicht nicht angebracht ist sich in diesem Wald aufzuhalten, wobei ich meistens auch eine freundliche Antwort bekam.

Sie zu attackieren ist die falsche Art und Weise mit Menschen umzugehen. Wir Jäger müssen auch wissen, dass der Wald uns nicht alleine gehört.

Es ist wie in vielen Bereichen in unserer Gesellschaft, es gibt immer schwarze Schafe, demnach gilt hier insbesondere der Spruch: „Wei een an de Bësch rifft, sou kennt et erëm“.

Hast du kein Mitleid mit den Tieren?

Schweich Mitleid mit den Tieren? Man muss verstehen wie die Lebenskette funktioniert, dann ist es auch einfacher die Jagd zu verstehen.

Der Mensch ist ein Fleischfresser und alle Tiere die wir konsumieren, ob es Wildtiere, Kühe, Schweine oder Schafe sind, alle werden getötet. Es gibt natürlich unterschiedliche Art und Weisen die Tiere zu töten.

Dazu gehört auch die Jagd, die natürlich fachgerecht ausgeführt werden muss.

Ich persönlich weiß nachher, woher das Fleisch kommt, das ich esse und das überwiegt bei dem Ganzen. Deshalb kann ich deine Frage auch ganz klar mit NEIN beantworten, denn ich denke nicht, dass alle Fleischesser auch jedesmal Mitleid mit der Kuh haben, wenn sie ein gutes Steak auf dem Teller haben.

Wie oft gehst du auf die Jagd?

Schweich Leider gehe ich zurzeit sehr selten zur Jagd und dies aus beruflichen Gründen. Ich hoffe jedoch dass sich das bald wieder ändern wird. Als ich noch Studentin war, habe ich sehr oft auf dem Hochsitz gelernt und war demzufolge sehr oft auf der Jagd.

Man sollte jedoch auch unterscheiden, ob man in seinem Jagdrevier arbeitet oder wirklich ansitzt, pirscht oder auf die Treibjagd geht.