CLAUDE KARGER

„Aus Frust oder Trotz rechten Rattenfängern seine Stimme(n) zu geben, ist kein elektorales Kavaliersdelikt“, hielt der „Wort“-Leitartikler am Samstag zu Recht fest und lud die Wähler ein, im Notfall mal in den Rückspiegel zu schauen: Da sieht man, 80 Meter zurück, wie die Nazis, die auch demokratisch an die Macht kamen, Europa und die Welt in die Barbarei und die völlige Zerstörung stürzten. Die Botschaft an die etablierten Parteien lautet: stets im allgemeinen Interesse unterwegs sein und tun, was man verspricht. Denn: „Wer als Politiker immerzu Nabelschau betreibt, ob wie in Brexit-Britannien mit der Befriedigung persönlicher Eitelkeiten oder wie in Deutschland mit christ- und sozialdemokratischem GroKo-Gejammer, nimmt die Entfremdung zu seinen Bürgern in Kauf“. Einige Ratschläge hat auch der „Quotidien“-Editorialist: „ce n’est pas en se contenant de taper l’un sur l’autre que le citoyen va décider d’accorder sa confiance à un parti plutôt qu’à un autre“ und sogar der Luxemburger Oberhirte der oberdemokratischen Katholika gibt Tipps bei der Katholischen Nachrichtenagentur: „Wenn die Politik darauf nicht richtig reagiert, haben wir solche Sprengkraft in unseren Demokratien und Wut von jungen Menschen!“, kommentiert er die Demos gegen den Klimawandel. Ob all diese Aufrufe wohl fruchten?