LUXEMBURG/ESCH BELVAL
NATASCHA EWERT

Ein Gespräch mit Professor Dr. Werner Becker und persönliche Erfahrungen zu Sport als Ausgleich

Mens sana in corpore sano“ - Ein gesunder Geist in einem gesunden Körper. Wer hat diesen berühmten Satz nicht bereits gehört, in dem viel Wahrheit steckt. Denn Sport ist gesund, hält uns fit, baut Stress ab und vieles mehr. Für das „Journal“ habe ich mich dazu entschieden einen Experten zu befragen, der uns interessante Antworten liefern kann zum Thema Sport und warum es wichtig ist, weiterhin als Student in Bewegung zu bleiben. Denn jeder Student weiß, wie einfach es ist, in schlechte Gewohnheiten zu verfallen. Der Bewegungsmangel, die ungesunde Ernährung und der Stress im Privat- sowie im Studentenleben führen zu einem schädlichen Lebensstil.

Koordination bringt viel

Um körperlich und geistig frisch zu bleiben, sollten auch die Koordination und die koordinativen Fähigkeiten immer gestärkt werden. Das Gedächtnis und die Wahrnehmung verbessert sich durch die Korrelation von Kognition und Motorik. Professor Dr. Werner Becker verfolgte das Ziel, die Gesundheitskultur an der Uni Luxemburg zu fördern.

Mithilfe seines Lehrteams gelang es ihm, den „Prix de la Santé en Entreprise“ im Jahr 2011 zu gewinnen. Becker erläutert: „Laut den wissenschaftlichen Erkenntnissen steht unumwunden fest, dass sich bewegende und entspannte Menschen auch auf dem geistigen Sektor viel besser zu fordern und zu fördern sind. Durch die gesundheitliche Wirkung des Sporttreibens mit sportbezogenen Handlungsressourcen und deren Auswirkungen kommt es nämlich zu überdauernden Wirkungen im Sinne eines Gesundheitskontinuums, beziehungsweise einer gesteigerten Immunresistenzfähigkeit.“

Er rät dazu, mindestens drei bis vier mal in der Woche 30 bis 45 Minuten Sport zu treiben. Die Koordination durch Beweglichkeit, Geschicklichkeit und Gewandheit, ein sogenanntes sanftes Ausdauertraining, aber auch ein moderates Krafttraining dürfen nicht im Programm fehlen. Ausdauer ist seiner Meinung nach viel sinnvoller als Schnelligkeit, wenn man sich als Erwachsener sportlich betätigt.

Abwechslung tut gut

Ich persönlich treibe seit eineinhalb Jahren regelmäßig Sport. Ich schwimme gerne, gehe ins Fitnessstudio, tanze und versuche täglich mit dem Fahrrad zu fahren. Ich hatte eine Zeit lang Übergewicht und war oft müde, obwohl ich genügend Schlaf bekam. Jetzt fühle ich mich fitter und habe eine bessere Körperwahrnehmung. Trotzdem finde ich, dass es wichtig ist, einen Sport auszusuchen, der einem Spaß macht. Bei Yoga und Gymnastik wird mir schlecht und ich laufe nur, wenn ich meinen Bus nicht verpassen will.

Ich habe auch das Glück, dass es an meiner Uni ein sogenanntes „Sports Village“ gibt und die Auswahl riesig ist. Daneben existieren viele „Sports Societies“ an meiner Uni. Ich hatte auch eine Zeit lang gefochten und überlege jetzt wieder, meinen Degen auszupacken und einem Fecht-
verein in Wien beizutreten, wo ich im kommenden Jahr meinen Erasmus-Aufenthalt verbringen werde.

Die Uni Luxemburg hat ein interessantes Angebot, was Sport auf dem Campus betrifft. Das Programm hat sich in den letzten Jahren verändert. Kurse wie Fechten und Afro Dance hatte ich selbst vor zwei Jahren nicht während meiner Zeit an der Uni Luxemburg. Erst jetzt wurde mir bewusst, dass Tanzen ein Teil meines Lebens ist und es würde mir etwas fehlen im Alltag, wenn ich keine Musik höre und dazu tanzen könnte.

Spiel und Spaß

Schließlich bedeutet Sport auch Spiel. Eltern und Pädagogen wissen, wie wichtig das Spielen im Kindesalter ist. Kinder können sich frei bewegen und sie lernen mit anderen Altersgenossen umzugehen. Das soziale Verhalten wird gestärkt.

Der Spaßfaktor wird ebenfalls dadurch garantiert und sportliche Studenten können zum Beispiel in einer Mannschaft Stress abbauen und neben Teamwork ihre Konzentrations- und Koordinationsfähigkeit verbessern. Das sind Fähigkeiten, die für das Studium unabdingbar sind. Kurz gesagt: Versuche immer, in Bewegung zu bleiben!