BRÜSSEL/LUXEMBURG
MM

Luxemburg mit Spitzenposition - Wachsendes Interesse an „Green Finance“

Der neue „Global Green Finance Index“ (GGFI), gestern von Finance Watch und Z / Yen auf einer Veranstaltung in Brüssel vorgestellt, sieht Luxemburg weltweit als Finanzzentrum auf Platz 2, wenn es um „grüne“ Finanzierungen geht. In der Studie wurden von GGFI die Finanzzentren der Welt nach den Vorstellungen von Qualität und Tiefe ihrer Green Finance-Angebote eingestuft.

Die führenden grünen Finanzzentren in jeder Region sind London, San Francisco, Shanghai und Shenzhen, Johannesburg und Kapstadt, Mexiko-Stadt und Moskau.

Laut Studie werden die Finanzzentren Paris, Frankfurt und New York in den nächsten zwei bis drei Jahren hinsichtlich grünen Finanzierungen an Bedeutung gewinnen. Unterstützende politische Maßnahmen und die Nachfrage der Investoren werden als die Hauptantriebskräfte von Green Finance angesehen. Hervorgehoben in der Studie wird, dass die Börse Luxemburg 2016 eine eigene und weltweit erste Handelsplattform für Wertpapiere gegründet hat, die in Unternehmen oder Projekte investieren, die ökologische Nachhaltigkeit fördern (Luxembourg Green Exchange (LGX).

Investments in „grün“ ja, aberkeine Desinvestments aus „braun“

Laut „The Global Green Finance Index“ werden bei Befragungen Investitionen in erneuerbare Energien, grüne Anleihen und nachhaltige Infrastrukturfinanzierung als Bereiche mit hoher nachhaltiger Wirkung eingestuft, während Desinvestition aus fossilen Brennstoffen zwar als sehr wichtig für die Nachhaltigkeit gesehen werden, aber für die Befragten dennoch nicht als Priorität gesehen wird. Das ist etwas unbefriedigend an den Befragungsergebnissen, wird von den Studienmachern aber so gewertet, dass dies Spielraum für politische Veränderungen in diesem Bereich biete.

Dr. Simon Zadek, Co-Direktor für Umweltuntersuchung der Vereinten Nationen meinte zur Sinnhaftigkeit der Studie: „Ratings und Indizes sind wichtige Instrumente, um eine effektive Kommunikation von relativen und absoluten Fortschritten zu ermöglichen, den Wettlauf zur Spitze zu fördern und eine gesunde Debatte darüber zu führen, was einen Erfolg ausmacht und wie er am besten gemessen werden kann.“

Michael Mainelli, Executive Chairman von Z / Yen, sagte: „Je mehr wir Menschen dazu bringen können, über einen nachhaltigen Übergang zu sprechen, desto schneller wird es passieren.“ Das hohe Interesse an der Studie sei ein Schritt in diese Richtung.

„Das GGFI wird laut Benoît Lallemand, Generalsekretär von Finance Watch, zur Definition von „Green Finance“ beitragen und Bereiche identifizieren, wo Verbesserungen angebracht sind. „Wir hoffen, dass dies mutige politische Initiativen und hochwertige Finanzierungen fördern wird“, sagte er. Zu verhindern gelte es dabei, dass „greenwashing“ betrieben werden, also die Etikettierung von ökologischer Nachhaltigkeit für etwas, das diese Bezeichnung gar nicht verdient

Fazit des Berichts: Es ist noch ein langer Weg. Bisher sind nur fünf bis zehn Prozent der Bankkredite „grün“ (basierend auf Daten aus den wenigen Ländern, in denen nationale Definitionen von grünen Krediten verfügbar sind), „Brown Finance“, die kohlenstoffintensive Projekte oder Aktivitäten unterstützt, überragt noch massiv jene, die in ökologische Nachhaltigkeit investiert. „Die G20-Länder gaben zwischen 2013 und 2015 jährlich 72 Milliarden US-Dollar für die Finanzierung fossiler Energieerzeugung aus“, so die Untersuchung.


Den kompletten Index finden Sie hier:

www.tinyurl.com/Green-Finance