LUXEMBURG
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Zugunglück vom 14. Februar 2017 mit einem Toten: Ermittlungen abgeschlossen - Staatsanwaltschaft sieht keine Indizien für Strafverfolgung

Fast drei Jahre ist die Tragödie her, die das Land am 14. Februar 2017 in Schock versetzte: Gegen 8.45 waren zwischen Bettemburg und Zoufftgen (Düdelingen) zwei Züge miteinander kollidiert - ein aus Frankreich kommender Güterzug und ein in Richtung Frankreich fahrender Personenzug aus Luxemburg, der offensichtlich durch ein Haltesignal gefahren war. Der CFL-Lokführer kam bei der Kollision ums Leben. Der Führer des Güterzuges überlebte verletzt und wurde ins Krankenhaus gebracht, ebenso eine französische Schaffnerin im Personenzug, die sich leicht verletzte.

Sie hatte den Notruf abgesetzt. Weitere Personen waren nicht in den Zügen. Der Unfall ereignete sich auf einem Streckenabschnitt, der unter luxemburgischer Kontrolle steht, wobei die Strecke für eine Maximalgeschwindigkeit von 140 km/h zugelassen ist. Mehrere Güterwagen waren bei dem Zusammenprall aus den Schienen gesprungen. Tagelang bot sich ein Bild der Zerstörung längs der viel befahrenen Strecke. Wochenlang noch waren die zerstörten Waggons zu sehen. Das „Journal“ berichtete bereits vor einem Jahr vom bevorstehenden Abschluss der Ermittlungen, die neben einer Reihe von Expertenberichten unter anderem auch ein Rechtshilfeersuchen bei den US-Behörden zwecks Auswertung der Messenger-Daten nach sich zogen.

Weshalb kein Warnsignal kam, bleibt unergründet

Wie die Staatsanwaltschaft gestern mitteilte, hat der Untersuchungsrichter seine Arbeit nun abgeschlossen. Sie hat nach Auswertung des Abschlussberichts beschlossen, den Fall der „Chambre du Conseil“ vorzulegen - sie entscheidet, ob es zu einem Prozess kommt oder nicht - und die Einstellung des Verfahrens beantragt - ein so genanntes „non-lieu“. „Die Ermittlung seit dem Tag des Unfalls hat es nicht erlaubt den Beweis von ausreichenden Indizien für Straftaten zu erbringen“, schreibt der „Parquet“.

Die Staatsanwaltschaft stellt allerdings fest, dass das „Krokodil“ genannte Sicherheitssystem kein Warnsignal für den CFL-Lokführer ausgelöst hat, nachdem der Zug durch das Haltesignal gefahren war. Weshalb, habe man trotz Labortests in einem Umfeld, das den meteorologischen Bedingungen am 14. Februar 2017 so weit möglich entsprach, nicht herausgefunden. Die Ermittlung habe zudem keine Mankos bei Planung und Unterhalt der Signaltechnik und des Warnsystems zu Tage gefördert. Die CFL hatten neben dem „Krokodil“ bereits 2005 ein performanteres Warnsystem namens „European Train Control System - Niveau 1“ eingebaut. Allerdings war das zum Zeitpunkt des Unfalls noch nicht operationell, da CFL-Loks mit eingeschaltetem ETCS-System in Frankreich noch nicht fahren durften.

Angesichts dieser Sachverhalte sehe die Staatsanwaltschaft keinen Fehler im Zusammenhang mit dem Unfall, welcher der CFL, ihren Direktoren oder Angestellten zur Last gelegt werden könnte. Aus den Schlussfolgerungen der Expertenberichte habe sich allerdings ergeben, dass sich der Unfall unter anderem wegen der Unachtsamkeit des Lokführers ereignete, der das Haltesignal entweder nicht gesehen oder nicht reagiert hatte oder lediglich zu spät reagierte.