LUXEMBURG
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157,3 Millionen Euro-Projekt in Erpeldingen-Sauer soll spätestens 2026 eröffnen

Das neue Gebäude für das „Nordstad Lycée“ in Erpeldingen an der Sauer wird seit langem heiß erwartet, gestern reichte Mobilitäts-  und Infrastrukturminister François Bausch den Gesetzentwurf dafür im Parlament ein. Über die Notwendigkeit eines weiteren Lyzeumsgebäudes im Norden herrscht bereits seit Jahren Einstimmigkeit, belegt die Entwicklung der Schülerzahlen sie doch eindeutig.
Das „Nordstad Lycée“ (NOSL) in Diekirch gibt es bereits seit 2007, es entstand aus dem wachsenden Bedarf an Infrastrukturen des technischen Lyzeums von Ettelbrück, das immer mehr „Annexen“ schaffen musste. Im vergangenen Jahr zählte das „Nordstad Lycée“, das provisorisch neben der Hotelfachschule in Diekirch untergebracht wurde, 581 Schüler und muss selbst auf „Annexen“ zurückgreifen. So hat der Staat die ehemalige Grundschule in Diekirch gemietet und ein zweites Gebäude in Ingeldorf. Die Mietverträge laufen noch in diesem Jahr aus, Verhandlungen zur Verlängerung laufen.

Wichtig für die „Nordstad“

Bereits in seinem Gutachten zur Schaffung des „Nordstad Lycée“ 2007 hatte der Staatsrat in seinem Gutachten gehofft, dass „das neue Lyzeum schnellstmöglich über angepasste und ausreichende Infrastrukturen verfügt“. Dass fast 20 Jahre ins Land gehen sollten, bis es soweit ist, ist leider keine Seltenheit bei großen Infrastrukturvorhaben. 2012 hatte die Bautenverwaltung ein Grundstück von 5,8 Hektar nahe der Bahnlinie, rund 800 Meter vom Zentrum von Erpeldingen/Sauer als potenziellen Standort für ein Schulgebäude für rund 1.200 Schüler  mit rund 50 Klassensälen, Werkstätten, Sporthalle, Schwimmbad und die dazu gehörigen Gebäude ausgeguckt. Im Juli 2014 hatte die Regierung das Areal dann in ihre Präsentation der Entwicklungskonzepts für die „Nordstad“ aufgenommen. Denn hier geht es um ein landesplanerisches Gesamtkonzept, zu dem etwa auch die neue Ackerbauschule in Gilsdorf oder das Internat in Diekirch gehören. Im Gesetzentwurf zum „Nordstad Lycée“ sind nun 55 Klassen für 1.182 Schüler vorgesehen. Laut Gesetz muss das Lyzeum die unteren Klassen des klassischen und technischen Sekundarunterrichts anbieten sowie die „voie préparatoire“, die obere technische Sekundarstufe und eine Reihe von Berufsausbildungen. „Das Schulangebot des NOSL ist komplementär zum künftigen Angebot des technischen Lyzeums in Ettelbrück und des klassischen Lyzeums in Diekirch und resultiert aus einer Konzertierung zwischen dem Bildungsministerium und den Direktionen der verschiedenen Lyzeen“, heißt es im Gesetzentwurf. Laut diesen Absprachen werden so sieben Berufsausbildungen vom Ettelbrücker Lyzeum ins NOSL überführt, darunter die Friseur-, Mechatroniker- und Installateurausbildungen.
Was den Kostenpunkt des neuen Gebäudes anbelangt, so wird dieser im Gesetzentwurf mit insgesamt 157,3 Millionen Euro beziffert, Mehrwertsteuer inklusive, wobei die Baukosten allein 84,5 Millionen ausmachen. Die jährlichen Unterhaltskosten belaufen sich laut Gesetzentwurf auf rund 17,6 Millionen Euro. Möglicherweise kann der Gesetzentwurf noch vor Jahresende dem Parlamentsplenum zur Abstimmung vorgelegt werden. •