NORDSTAD
INGO ZWANK

Bilder und Ideen: Ein Blick in den ins Stocken geratenen „Masterplan“

Eine Vision nahm am 20. Oktober 2008 Gestalt an - an diesem historischen Datum wurde der „Masterplan Nordstad“ durch Jean-Paul Schaaf (damals Mitvorsitzender des Comité Politique Nordstad) und Jean-Marie Halsdorf, Innen- und Landesplanungsminister, offiziell Staatsminister Jean-Claude Juncker überreicht. Die präsentierte Vision findet ihre Wurzeln im 2003 festgehaltenen „Programme Directeur d’Aménagement du Territoire“, das vorsieht, die sechs Gemeinden der Nordstad (Bettendorf, Colmar-Berg, Diekirch, Erpeldingen, Ettelbrück) als leistungsfähige Hauptstadt des Nordens zu stärken - die Nordstad wird als ein Mittelzentrum im Land benannt und soll eine wesentliche Rolle in der Umsetzung der von der Politik angestrebten Dezentralisierung des Landes spielen.

Der vorgelegte Masterplan packte Leitbilder an und griff Leitprojekte auf, die sich als Ergebnisse aus interaktiven Planungsprozessen - der „Nordstad -Konferenz“ - präsentierten, unter Teilnahme der Gemeindeverwaltungen, der Schöffen und der beteiligten Ministerien sowie Planungswerkstätten mit Bürgerbeteiligung. Doch was von diesen Bildern und Projekten wurde bereits in die Tat umgesetzt?

Wir stellen hier einige der ausgearbeiteten Leitbilder in kurzer und knapper Weise einmal vor:

Wirtschaft - Arbeiten Es wird angestrebt, im Zieljahr 2020 ca. 24.000 Arbeitsplätze in der Nordstad anzubieten. Ziel ist es, die Einwohnerentwicklung und die Arbeitsplatzentwicklung soweit als möglich zu harmonisieren. Branchenschwerpunkte sollen für den gewerblichen Bereich und die Dienstleistungen gebildet werden.

Einzelhandel Die Einzelhandelsschwerpunkte sind Ettelbrück und Diekirch und die Nahversorgung soll in allen Kommunen der Nordstad gestärkt werden.

Tourismus - Gastronomie Der Norden ist die Tourismus- und Naherholungsregion von Luxemburg. Um diesen Bereich weiter zu stärken, sollen weitere Anstrengungen unternommen werden mit dem Ziel, die Aufenthaltsdauer zu erhöhen und den Aufbau eines Ganzjahrestourismus zu gewährleisten.

Wohnen Die Nordstad wird zum Wohnungsbauschwerpunkt in Luxemburg-Nord entwickelt und ein ausgewogenes Angebot an Wohnraum für alle Bevölkerungs-, Sozial- und Altersgruppen wird angestrebt.

Bildung und Betreuung Die Nordstad soll als Schul- und Bildungszentrum im Norden Luxemburgs weiter ausgebaut werden, wobei die dezentrale Struktur des Angebotes für Grundschüler und im vorschulischen Bereich erhalten bleiben soll.

Freizeit - Kultur Die Nordstad ist das kulturelle Zentrum im Norden Luxemburgs und der Erhalt und Ausbau des Sportangebotes, des Kulturangebotes sowie die Erhöhung des Freizeitwertes/Erholungswertes werden angestrebt.

Siedlungsentwicklung Die Nordstad wird als polyzentrische Stadt im Landschaftsraum weiter ausgebaut. Die dezentrale Struktur erfordert eine Aufgabenteilung der Nordstad-Gemeinden und die Herausbildung von Entwicklungspolen, die eine Konzentration regional wirksamer Strukturen ermöglichen soll.

Verkehr - Mobilität Ein integriertes Vorgehen bei der Verkehrsplanung als Image und Alleinstellungsmerkmal ist angestrebt unter dem Motto: Nordstad - die Stadt, in der man „neue Wege“ geht.

Gesamtkonzept Neue Mobilität in der Nordstad Die Verkehrsuntersuchungen für die Nordstad decken bislang nur räumliche Teilbereiche ab. Um das angestrebte Wachstum zu bewältigen, müssen alle Verkehrsarten im Rahmen der gesamten Nordstad betrachtet werden. Es ist ein Generalverkehrsplan erforderlich, der die notwendige Verkehrsinfrastruktur und das Mobilitätskonzept in Abhängigkeit vom Baufortschritt aufzeigt. Parallel dazu muss eine Rückkopplung mit den übergeordneten Belangen des Plan sectoriel Transport erfolgen. nordstad.wordpress.com