CLAUDE KARGER

„Loony“ darf man in diesen närrischen Tagen schon mal sein, wenn man den Schabernack nicht zu stürmisch treibt. Dass außerhalb von Fasching-Nationen aber ein ganzes Land verrückt spielt, ist eher selten. „Loony Luxembourg?“ fragen sich trotzdem seit einer Woche diverse Kommentatoren in international renommierten Zeitungen, etwa in der „Financial Times“. Der Grund sind die hochfliegenden „Space-Mining“-Pläne, die Major Etienne vergangene Woche angekündigt hatte. „The story provoked many general readers to check that April 1 had not come early“, stellt der FT-Mann fest. Allerdings beginne er zu glauben, dass das Ganze keine „crazy science fantasy“ sei. Schon jetzt landen Sonden auf Asteroiden und irgendwann in naher Zukunft werden 3D-Drucker billig ganze Maschinen auswerfen können - sogar im All. „What then can Luxembourg bring to this interplanetary party?“, fragt der Wissenschaftsjournalist. Nun, Anerkennung und Glaubwürdigkeit zum Beispiel. Schließlich habe Luxemburg Satelliten, eine sehr entwickelte Forschungslandschaft, Finanzvehikel und eine „First Mover“-Tradition in vielen Bereichen. Es wird noch ein wenig dauern mit dem Weltraumabenteuer. Aber wie empfahl dieser Tage die NZZ: „Vielleicht sollte man nicht zu laut lachen“.