LUXEMBURG
GERHARD KLUTH

Musikalische Geburts- und Gedenktage in 2014

Das Jahr 2013 war in der klassischen Musik geprägt von zwei großen Namen. Richard Wagner und Giuseppe Verdi, deren 200. Geburtstag mit vielen Konzerten gefeiert wurden. Auch 2014 tauchen in den Feier- und Gedenktagen viele bekannte Namen auf. Hier gibt es eine kleine Übersicht.

Deutsches Liedgut und geistliche Werke

Gleich zwei Komponisten, die bis heute ihre Spuren hinterlassen haben, wurden 1564, also vor 450 Jahren geboren. Der eine ist Gregor Aichinger aus Regensburg, der andere Hans Leo Hassler, der in Nürnberg zur Welt kam. Beide wurden in Italien ausgebildet und standen in den Diensten der damals wohl reichsten Familie Europas, den Fuggern. Während Aichinger vor allem geistliche Werke hinterlassen hat, widmete Hassler sich auch dem deutschen Liedgut, das bis heute erhalten ist. „Tanzen und springen“ ist aus seiner Feder ebenso wie die Melodie des Chorals „O Haupt voll Blut und Wunden“, die Paul Gerhardt einem Liebeslied von Hassler entlehnt hat.

Ein Ritter und ein Sohn, der zu seinen Zeiten berühmter war als der Vater, erblickten 1714 das Licht der Welt. Der eine, Christoph Willibald Ritter von Gluck, ist uns auch heute noch durch seine 49 (von über 100) Opern, die erhalten blieben, bekannt. Der andere heißt Carl Philipp Emanuel Bach. Am 8. März kam er in Weimar zur Welt, studierte Jura in Frankfurt/Oder und wurde Cembalist am Hofe Friedrich II., dem Alten Fritz. Später folgte er seinem Patenonkel, Georg Philipp Telemann, auf dem Posten des Hamburger Musikdirektors für die fünf Hauptkirchen nach. Wenn zu seinen Lebzeiten vom „Bach“ die Rede war, meinte man stets ihn und nicht seinen Vater.

Vater der „Elektra“

„Salome“, „Elektra“ und den „Rosenkavalier“ verdanken wir Richard Strauss, der 1864, also vor 150 Jahren, in München geboren wurde. Nicht nur auf musikalischem Gebiet hat er seine Spuren hinterlassen. Auf Strauss geht die Gründung der GEMA, der „Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte“ zurück, die dafür sorgt, dass etwa Komponisten Linzenzgebühren erhalten, wenn ihre Werke aufgeführt werden. 1933 wurde Strauss Präsident der „Reichsmusikkammer“, trat aber 1935 wegen der antisemitischen Haltung der Nationalsozialisten wieder zurück. Die Uraufführung seiner Oper „Die schweigsame Frau“ wurde verboten, weil Strauss darauf bestand, dass der Librettist Stefan Zweig, ein Jude, im Programm und auf den Plakaten genannt wurde.

Besonders in der Orchesterwelt wird man 2014 Rafael Kubelik gedenken. Er wurde 1914 in Tschechien geboren und war als Dirigent mit allen großen Orchestern in aller Welt unterwegs. Das der langjährige Chefdirigent des Sinfonieorchesters des Bayerischen Rundfunks auch Opernkomponist war, ist weniger bekannt.

In 2014 wird es auch einige Todestage von berühmten Musikern geben. 1764, vor 250 Jahren starben gleich vier Personen, die bis heute bekannt sind. In Hamburg starb Johann Mattheson, Komponist, Musiktheoretiker und damals gefürchteter Kritiker. Sein theoretisches Werk „Der vollkommene Kapellmeister“ gilt bis heute als Standardwerk für die historisch informierte Aufführungspraxis der alten Musik. Der Geiger und Komponist Pietro Locatelli starb in Amsterdam und in Paris tat Jean-Phillipe Rameau seinen letzten Atemzug. Ebenfalls in Paris wurde der Violinvirtuose und Komponist Jean-Marie Leclair ermordet aufgefunden. Seinen Mörder hat man nie gefasst.

Die Opernwelt wäre ärmer, hätte es nicht den Komponisten Giacomo Meyerbeer gegeben. Sein Name ist untrennbar mit dem Begriff der „Grand opéra“ verbunden, die alle musikalischen und bühnentechnischen Mittel seiner Zeit nutze. Er starb 1864 in Paris. 1964 starb in New York Alma Maria Schindler, besser bekannt als Alma Mahler-Werfel. Die Ehefrau von Gustav Mahler komponierte viele Lieder, die in den letzten Jahren immer mehr Beachtung finden.