LUXEMBURG
SIMONE MOLITOR

Eklat abgewendet: Kinderärztliche Versorgung bleibt vorerst gewährleistet

Aus Protest gegen die aktuellen Arbeitsbedingungen (Hauptproblem: Nicht genügend Personal für den Bereitschaftsdienst) hatten die Kinderärzte der Krankenhäuser aus dem Süden (CHEM) und Norden (CHdN) bekanntlich ihre Kündigung zum 1. Januar 2015 eingereicht. Mehrere Treffen zwischen den Ministern für Gesundheit und für Soziales einerseits sowie den Vertretern der Kinderarztvereinigung, der Spitalleitungen, der „Association des médecins et médecins-dentistes (AMMD) und der Gesundheitskasse (CNS) andererseits hatten zum Ziel, vor diesem Stichdatum eine gemeinsame Lösung zu finden.

„Maison médicale pédiatrique“ wird der „Kannerklinik“ angegliedert

Wie gestern Nachmittag von den beiden zuständigen Ministerien mitgeteilt wurde, sei es in wichtigen Punkten zu einer Einigung gekommen, sodass die kinderärztliche Betreuung vorerst gewährleistet bleibt. Die freiberuflichen Kinderärzte, die in Privatpraxen praktizieren, werden zur Verstärkung hinzugezogen. Die allgemeinen kinderärztlichen Dienste werden in einer der „Kannerklinik“ angegliederten „Maison médicale pédiatrique“ zusammen arbeiten. Mittelfristig sollen ambulante Pädiatrie-Dienste im Norden sowie im Süden des Landes auf die Beine gestellt werden.

Ärzte bleiben „Maternités“ erhalten

Die Kinderärzte werden ihre Aufgaben weiterhin in den „Maternités“ im CHEM und im CHdN wahrnehmen, genau wie die Kinderärzte der anderen Entbindungsstationen. Notfälle außerhalb der Öffnungszeiten werden künftig entweder vom Allgemeinmediziner in der diensthabenden „Maison médicale“ übernommen oder vom Notdienst des Krankenhauses. Falls nötig könne der Notarzt einen Kinderarzt zu Rate ziehen, hieß es weiter in der Mitteilung.

In den Einrichtungen im Süden und Norden wird außerdem an den Wochenenden und an Feiertagen während mehrerer Stunden am Tag ein kinderärztlicher Notdienst funktionieren. In der „Kannerklinik“ wird wie bisher ein solcher Bereitschaftsdienst rund um die Uhr, - demnach an sieben Tagen der Woche, 24 Stunden am Tag - garantiert sein.

Sämtliche Details, um diese Modalitäten in die Praxis umzusetzen und somit die kinderärztliche Betreuung langfristig zu sichern, werden nun von einer Arbeitsgruppe ausgearbeitet.