LUXEMBURG
PAUL HEBER, UNICEF

Am 11. Dezember 1946 wurde das UNO-Kinderhilfswerk UNICEF gegründet. Ziel war es zunächst, den Kindern und ihren Familien im vom Zweiten Weltkrieg verwüsteten Europa beizustehen. Heute ist die UNICEF in 190 Ländern aktiv, um dafür zu sorgen, dass Kinder das Notwendige bekommen, um sich entfalten zu können. Dazu gehört neben materieller Unterstützung auch der Zugang zu Bildung. Das alles ist derzeit etwa in Syrien alles andere als gewährleistet. Millionen Menschen sind auf der Flucht und geschätzt 13,5 Millionen in dem seit nunmehr fast sieben Jahren von einem blutigen Bürgerkrieg zerfetzten Land brauchen dringendst Hilfe. Die UNICEF versucht vor Ort, ihr Möglichstes zu tun, ist aber auch auf Unterstützung von Spendern angewiesen. Paul Heber von UNICEF-Luxemburg erklärt, was gebraucht wird.

„Die Lage der Menschen in Syrien ist nach wie vor desolat. Während leider kein Ende in dem Konflikt abzusehen ist und zahlreiche Infrastrukturen in Trümmern liegen, herrscht Mangel an fast Allem in dem Land. Auch in den Flüchtlingscamps in den Nachbarländern bleibt die Versorgungslage angespannt. Die Situation inner- und außerhalb Syriens wird mit dem einbrechenden Winter noch schwieriger. Deshalb sind die Menschen dort gerade jetzt akut auf Hilfe angewiesen. Wir schätzen, dass in Syrien selbst rund sechs Millionen Kinder Not leiden und versuchen, sie effizient mit dem Nötigsten zu versorgen.

Keine verlorene Generation

Dazu gehören Thermodecken, Winterstiefel und warme Kleidungsstücke, welche helfen, den Winter zu überstehen. In diesem Sinne haben wir auch einen Appell an die Großzügigkeit der Bürger in Luxemburg gerichtet, um uns bei dieser Aufgabe zu unterstützen. Sieben Thermodecken kosten etwa 42 Euro, acht Paare Winterstiefel 72 Euro und sechs Winter-Kits mit Anoraks, Schals und Mützen 210 Euro. Wir appellieren also für Geldspenden und organisieren nicht etwa eine Kleidersammlung in Luxemburg, sondern kaufen die Ausrüstung möglichst in der Region ein. Zum einen um hohe Transportkosten zu vermeiden, zum anderen, weil die Leute vor Ort am besten wissen, was gebraucht wird.

Außerdem leisten wir auch Familien eine Hilfestellung bei der Anschaffung von Heizmaterial. Man muss wissen, dass Heizöl und andere Ölprodukte in Syrien durch den Einbruch des Angebots äußerst teuer sind und viele sie sich nicht leisten können. Eine weitere Priorität für uns ist die Heizung von Schulen. In vielen Regionen Syriens sind sie zerstört. Es gibt sogar Gegenden, in denen in Kellern Unterricht abgehalten wird, weil das Sicherheitsrisiko draußen zu hoch ist. Es ist äußerst wichtig, dass der Bildungsbetrieb aufrecht erhalten werden kann und die Kinder wenigstens in der Schule die notwendigen Bedingungen vorfinden, damit sie lernen können. Die Bildung wird der Schlüssel sein, um Syrien nach dem hoffentlich baldigen Ende des Krieges wieder aufbauen zu können. Das Land kann sich deshalb keine verlorene Generation leisten“.