LUXEMBURG
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Stadt Luxemburg springt in die Bresche

Da der Staat bislang noch nichts unternommen hat, um einen Parkplatz neben dem neuen Fußballstadion zu errichten - ein Umstand, den Bürgermeisterin Polfer als „schockierend“ bezeichnete -, votierte der hauptstädtische Gemeinderat am Montag bei zwei Enthaltungen (déi Lénk) die Einrichtung eines provisorischen Parkplatzes. Dieser soll denn auch auf einem der Stadt Luxemburg gehörenden Grundstück, 300 Meter vom Eingang zum Stadion entfernt, gebaut werden, und 608 Stellplätze bieten, fünf davon für Behinderte. Der Kostenpunkt beläuft sich auf 2,340 Millionen Euro, die Dauer der Arbeiten soll 70 Arbeitstage betragen.

Zusätzliche Ausgabe für die Hauptstadt

In der Zeit, in der keine Fußball- oder Rugbyspiele stattfinden, kann der Parkraum für 24 Stunden frei genutzt werden, danach beträgt der Tarif 10 Euro die Stunde. Dass lediglich 5 Behindertenparkplätze vorgesehen sind, erklärte Schöffin Beissel mit der Entfernung zum Stadion. Bei Bedarf könne die Zahl jedoch erhöht werden. Der Parkplatz wird auch keine Fahrradbox begreifen, weil man davon ausgeht, dass man kaum bis hierher mit dem Fahrrad fährt, um dann auf den öffentlichen Transport umzusteigen. Soll der definitive Parkplatz, dessen Fertigstellung für 2022 vorgesehen war, einmal stehen, so werden auf dem provisorischen Areal Infrastrukturen für technische Dienststellen der Hauptstadt errichtet. Außerdem sollen verschiedene Installationen, wie Kassen, Barrieren oder Leitsystem anderweitig genutzt werden. Schöffin Beissel betonte ebenfalls, dass es sich beim Bau dieses provisorischen Parkplatzes um eine zusätzliche Ausgabe für die Stadt Luxemburg handele, und demgemäß Unterredungen mit dem Staat stattfinden werden. Der definitive Parkplatz, zu dem die Stadt 31 Millionen Euro beisteuern soll, soll mehr als das Dreifache an Stellplätzen umfassen. Die Frage, wann das Stadion fertiggestellt sein soll, konnte Schöffin Beissel nicht zweifelsfrei beantworten. Sie gehe davon aus, dass dies im Frühjahr 2021 der Fall sein werde, meinte sie.

Der hauptstädtische Gemeinderat hieß einen zusätzlichen Kostenvoranschlag für die Verlegung des Kanals in Neudorf gut. Die Arbeiten, die 2004 begannen, und für 11,5 Millionen Euro durchgeführt werden sollten, wurden ein erstes Mal 2013 mit 19 Millionen Euro beziffert, und sollen nun für 28 Millionen Euro durchgeführt werden. Für diese erneute Preissteigerung (um fast ein Drittel des Gesamtpreises) gäbe es technische Erklärungen, so Schöffin Beissel. So wird u.a. ein im Projekt nicht vorgesehenes Regenwasserauffangbecken von 73 Kubikmetern eingerichtet. Das Projekt in Neudorf bezeichnete die Schöffin als „ihr Alptraum“, und freute sich auf den baldigen Abschluss. Der Gemeinderat verabschiedete eine Neufassung des Reglements über die finanzielle Unterstützung von Renovations- und Restaurationsarbeiten an Gebäuden, die in den denkmalgeschützten Sektoren der Stadt stehen. Hierbei wurden die Hilfen um 10 Prozent erhöht. Einige Räte wünschten sich, dass die Bürger über die Existenz des Reglements informiert werden, wurden in der Vergangenheit doch wenige Anträge gestellt, obwohl diese Arbeiten doch zur Verschönerung des Stadtbildes beitragen würden. Leider wurde das Reglement der Presse aber nicht zur Verfügung gestellt. Gleiches gilt für das Resümee der Konventionen, über die die Räte ausgiebig diskutierten, ohne dass die Öffentlichkeit erfuhr, um was es dabei eigentlich ging. So wurde beispielsweise eine Konvention verabschiedet, die, so Bürgermeisterin Polfer, „essentiell fir de globale Projet vum Mansfeld Schlass“ sei, und wobei es sich dem Anschein nach um den Ankauf von zwei ineinander verschachtelten Häusern handelte.