CONTERN
SVEN WOHL

Contern stellt sich der 26. Ausgabe des „Festival International de la Bande Dessinée“

Wer von der Hauptstadt aus die Ortschaft Contern ansteuert, wird von Industrie begrüßt. Sie lässt nicht auf den stark ländlichen Charakter des Dorfes selbst schließen. Und Contern lässt, bis auf die Festivalstage selbst, ebenfalls nicht auf den besonderen Ruf und Charakter schließen, den es national - sogar international - genießt. Contern ist ein Juwel der „Bande Dessinée“-Szene Europas. Man möchte von einem Geheimtipp reden, doch nach 25 Jahren ist das Festival bereits so bekannt, dass es nicht mehr ganz passt. „Wir sind glücklich und stolz, dass unsere Gemeinde so positiv über die Grenzen hinausgetragen wird“, so Bürgermeisterin Marion Zovilé-Braquet, über den Ruf der Gemeinde und des Festivals.

Die politischen Verantwortlichen sind sich also der Tragweite des „Festival International de la Bande Dessinée“ längst bewusst. Die Bürgermeisterin betonte, dass über die Jahre hinweg die Quantität der Aussteller und Gäste gestiegen sei, ohne dass die Qualität darunter gelitten hätte. Doch sie weiß auch, dass all dies nicht möglich gewesen wäre ohne die zahlreichen Freiwilligen, die sich im Rahmen des Festivals einsetzen.

Fest auf der Comic-Landkarte verankert

Jean-Claude Muller, Präsident der BD-Kommission, unterstrich dies ebenfalls bei der gestrigen Vorstellung der diesjährigen Ausgabe des Festivals, das an diesem Wochenende stattfindet. Er stellt, genau so wie die Bürgermeisterin, fest, dass das Dorf nicht als Heimat des Festivals abseits dieses Wochenendes zu erkennen sei. Etwas, das man versucht zu ändern. So möchte man mit einigen „Eyecatchern“ dafür sorgen, dass diese Einzigartigkeit auch die restlichen Tage des Jahres zum Tragen kommt. Man versuche dies bereits seit einem Jahr zu bewerkstelligen, sei jedoch an den Copyright-Komplikationen gescheitert. Aufgeben würde man jedoch nicht und so hoffe man darauf, dass man bis zum Ende des Jahres etwas Konkretes präsentieren kann.

Diese Woche wird jedoch von den Aufbauarbeiten für das Festival beherrscht. Denn die etwa 100 Verkäufer, 60 Zeichner und zahlreichen Gäste wollen ordentlich empfangen werden. Das bedeutet auch einen wesentlichen organisatorischen Aufwand, um die Animationen und die Restauration zu stemmen und koordinieren.

Dass es sich hierbei um ein Fest handelt, das sich durch seine Familiarität von den ausländischen Gegenstücken oder neuartigen Conventions ein Stück weit unterscheidet, wurde auch vom Ehrengast - genannt „Président du festival“ - Pascal Bresson bestätigt. Der für seine Werke „Entre terre et mer“, „Simone Veil, l’immortelle“ und jüngst „Elle s’appelait Sarah“ bekannte Zeichner ist bereits seit etwa zehn Jahren regelmäßig Gast beim Festival. Er lobt vor allem die Mehrsprachigkeit des Festivals, was sich zu einem regelrechten Aushängeschild des Festivals auf der internationalen Bühne entwickelt hat. Dementsprechend verwundert auch nicht die Mischung, die präsentiert wird: Auch wenn lediglich die „Bande Dessinée“ im Titel genannt werden, haben auch amerikanische Comics und japanische Manga hier ihren Platz. Der Fokus liegt aber weiter auf den franko-belgischen Kunstwerken. Übersehen sollte man auch auf keinen Fall die luxemburgischen Künstler, wie Marc Angel, Andy Genen oder Sabrina Kaufmann.

Mehr Informationen finden Sie auf www.bdcontern.lu