LUXEMBURG
SVEN WOHL

Kindersexpuppen: Staatsanwaltschaft unterstreicht Wichtigkeit des Kampfes gegen Pädopornographie

Am Montag nahm die französische Seite von Amazon umstrittene Sexpuppen, die wie Kinder aussahen, aus dem Sortiment. Dies geschah nach einer Mobilisierung mehrerer Organisationen, wie AFP berichtete. Die französische Staatssekretärin für Kinder gab dies ebenfalls auf Twitter bekannt. Sie schrieb ebenfalls, dass es die Verantwortung eines jeden Einzelnen sei, die Pädokriminalität aus der Gesellschaft zu verbannen. Die Staatssekretärin schrieb ebenfalls auf Twitter, dass Amazon sofort reagiert habe und bestätigte, hier in Zukunft aufmerksamer zu sein. „Der Schutz von Kindern und Jugendlichen ist für uns alle eine Priorität“, hatte Amazon Frankreich gegenüber der AFP gesagt. Auch externe Verkäufer, die ihre Waren auf Amazon bereitstellen würde, müssten sich an die bei Amazon geltenden Regeln halten. Zuwiderhandeln würde zur Sperrung de Verkäuferkontos führen.

Eindeutige Beschreibungen

Auch die luxemburgische Justiz reagierte auf diesen Fall. In einer gestern erschienenen Pressemitteilung bezeichnete die Staatsanwaltschaft die Pädopornographie als ein Problem, das eine konsequente Reaktion der Gesellschaft erfordere. Luxemburg sei beim Fall dieser Kindersexpuppen ebenfalls davon betroffen, da sich diese über die französische Seite nach Luxemburg liefern ließen. Die Puppen würden dabei sehr junge Minderjährige darstellen und ihre Beschreibungen im Shop würden in eine eindeutige Richtung gehen, so die Staatsanwaltschaft in ihrem Schreiben. Allein die Tatsache, dass solche Puppen mit dieser eindeutig sexuellen Konnotation angeboten würden, würde schockieren und würde genau gegen die Kampagnen arbeiten, welche die Öffentlichkeit mit Blick auf den sexuellen Missbrauch von Kindern sensibilisieren sollen. Obwohl diese Puppen nicht mehr auf der betroffenen Amazon-Webseite zu finden seien, befürchte man jedoch, dass diese auf anderen Seiten zu finden seien.

Der Kampf gegen die Pädopornographie hat in den vergangenen Monaten in Luxemburg an Fahrt aufgenommen. In der Woche des 5. Juli kam es diesbezüglich zu einem großen Einsatz der Polizei. Rund 100 Polizeibeamte hatten 46 Hausdurchsuchungen durchgeführt, 32 im Gerichtsbezirk Zentrum und 14 im Bezirk Diekirch (wir berichteten).

EU-weites Verbot in der Diskussion

In Dänemark wurde der Verkauf der Kindersexpuppen im Februar diesen Jahres verboten. In einer parlamentarischen Anfrage warfen im Juni die Europaabgeordneten Andreas Schieder (S&D) und Christel Schaldemose (S&D) die Frage auf, ob ein solches Verbot nicht auch europaweit umgesetzt werden könnte. Während die Puppen bei unseren deutschen Nachbarn legal sind, sammelt man im Rahmen einer Petition Unterschriften für ein bundesweites Verbot. Beim Onlineverkauf würden nicht nur Amazon, sondern auch andere Shops aktiv sein. Die Petition auf change.org hat bereits über 65.000 Unterschriften gesammelt.

Mehr zum Thema

Die Strafen

In ihrem Schreiben informiert die Staatsanwaltschaft erneut über die Strafen, die für den Besitz, die Beschaffung, das Anschauen und die Verbreitung von Pädopornographie gelten. Hierzu werden sämtliche Gegenstände mit pornographischen Charakter gezählt, welche Minderjährige implizieren oder darstellen. Laut der Antwort des Bildungsministers auf eine parlamentarische Anfrage der CSV-Abgeordneten Nancy Arendt aus dem Februar fallen auch Kindersexpuppen hierunter. Hierbei kann es im Rahmen einer Verurteilung zu einer Geldstrafe von bis zu 50.000 Euro kommen. Freiheitsstrafen von bis zu drei Jahren können ebenfalls die Folge sein. Die Staatsanwaltschaft informiert ebenfalls darüber, dass man null Toleranz zeige und jeden Verstoß gegen die geltenden Gesetze verfolge und untersuche.