ESCH-ALZETTE
CLAUDE KARGER

Neuer Magnetresonanz-Tomograph im CHEM offiziell eingeweiht

Er läuft bereits seit Anfang Dezember: Der neue und dritte „IRM“ des „Centre Hospitalier Emile Mayrisch“ am Standort Esch-Alzette, der nun über zwei solcher Geräte verfügt. Der dritte steht im Niederkorner Spital. Sechs Monate Vorbereitungsarbeit waren nötig, bevor die neue Einrichtung aufgebaut werden konnte. Am vergangenen 26. Oktober war der Kern, der fünf Tonnen schwere Magnet mit seinen 1,5 Tesla Leistung, von einem 92 Meter hohen Kran in das vorgesehene Lokal im CHEM eingesetzt worden.

Eine Investition von rund 400.000 Euro für den Apparat an sich, zuzüglich mehreren Hunderttausend Euro für das entsprechende Lokal und dessen Einrichtung.

Jean-Baptiste Gartner, beigeordneter Leiter des medizinischen Bildgebungsdienstes im CHEM, Jean-Marie Halsdorf, Abgeordneter und CHEM-Verwaltungsratsmitglied, CHEM-Verwaltungsratschef Georges Mischo, Gesundheitsminister Etienne Schneider und Generaldirektor Hansjörg Reimer
Foto: Editpress/Tania Feller - Lëtzebuerger Journal
Jean-Baptiste Gartner, beigeordneter Leiter des medizinischen Bildgebungsdienstes im CHEM, Jean-Marie Halsdorf, Abgeordneter und CHEM-Verwaltungsratsmitglied, CHEM-Verwaltungsratschef Georges Mischo, Gesundheitsminister Etienne Schneider und Generaldirektor Hansjörg Reimer Foto: Editpress/Tania Feller

Der zweite IRM habe die Wartezeiten für eine Magnetresonanz-Tomografie bereits spürbar verkürzt, freute sich Generaldirektor Hansjörg Reimer. Selbst Patienten aus anderen Kliniken hätten sich bereits auf die Warteliste setzen lassen.

Als „blutnotwendig“ bezeichnete der Escher Bürgermeister und CHEM-Verwaltungsratsvorsitzende Georges Mischo die Investition, die ihre letzte Bleibe allerdings noch nicht gefunden hat: das Gerät sowie die andern IRM dürften mit in das neue „Südspidol“ umziehen, das Ende 2024 fertig sein soll.

Der Magnetresonanz-Tomograf liefert genaueste Bilder der Gewebe
Foto: Editpress/Tania Feller - Lëtzebuerger Journal
Der Magnetresonanz-Tomograf liefert genaueste Bilder der Gewebe Foto: Editpress/Tania Feller

Genaue Schnittbilder

Wozu die „Imagerie par résonance magnétique“ dient

Die Magnetresonanztomographie - oder „Imagerie par résonance magnétique“ (IRM) - ist eine medizinische Bildgebungstechnik, die in den 1980ern entwickelt wurde und seit den 1990ern/2000ern generell Verwendung in Kliniken findet.
Physikalisch gesehen fußt sie auf der sogenannten „Kernspinresonanz“. Ein Effekt, bei dem Atomkerne in einem konstanten Magnetfeld elektromagnetische Wechselfelder absorbieren und emittieren.
Die Messung davon - bei der also nicht wie bei anderen Bildgebungsverfahren keine Röntgen- oder radioaktive Strahlen zum Einsatz kommen - erlaubt eine sehr genaue Differenzierung zwischen den verschiedenen Geweben im Körper. „Das ist sehr hilfreich, um verschiedene Pathologien zu erkennen“, erklärt Jean-Baptiste Gartner, „Chef de service adjoint Imagerie Médicale“ im Centre Hospitalier Emile Mayrisch.
Die Zahl der Bilder ist sehr unterschiedlich, bei einer normalen Untersuchung werden laut Gartner rund 60 Bilder entstehen, bei einer sehr genauen Untersuchung um die Tausend. Deshalb dauern die IRM-Prozesse auch unterschiedlich lange. Eine normale Untersuchung beanspruche rund zehn bis 30 Minuten. Damit die Bildqualiät optimal ist, muss der Patient ganz ruhig in der Vorrichtung liegen, die mitunter einen etwas unangenehmen Lärm erzeugt. Im CHEM werden den Patienten so Ohrstöpsel angeboten. Manchmal muss ein Kontrastmittel injiziert werden, um gewisse Prozesse im Gewebe besser beobachten zu können.

Enorme Nachfrage
„Wir arbeiten immer auf Basis einer klinischen Indikation und in direkter Zusammenarbeit mit dem behandelnden Arzt, der den Prozess überwacht“, erklärt Gartner weiter. Der Arzt muss präsent sein, denn er ist für die Sicherheit seines Patienten verantwortlich und „liest“ die Bilder des Kernspintomografen direkt, die von einem speziell ausgebildeten Radiologie-Assistenten vorbereitet werden.
Die Nachfrage nach IRM-Untersuchungen ist groß. Laut Gartner, werden im Durchschnitt rund 40 Patienten am Tag pro IRM untersucht - also 120 insgesamt im CHEM - und das täglich zwischen 6.00 und 22.00. Nur an drei Tagen im Jahr gibt es Wartungsarbeiten. Trotzdem gibt es Wartezeiten von mehreren Wochen für eine IRM-Untersuchung.
Die Technik verbessert sich natürlich laufend, auch was andere medizinische Bildgebungsverfahren anbelangt. Die Künstliche Intelligenz dürfte in den kommenden Jahren auch bei der Detektion von Krankheiten verstärkt zum Einsatz kommen.