LUXEMBURG/DÜDELINGEN
PASCAL STEINWWACHS

Zahl der Toten steigt auf 75 (+2) - 10.000 Tests in Alters- und Pflegeheimen

Zwei neue Tote, aber nur acht Neuinfektionen: Wie das Gesundheitsministerin - wie jeden Tag um diese Zeit - am späten Nachmittag mitteilte, hat Luxemburg zwei neue Corona-bedingte Todesfälle zu beklagen. Damit haben hierzulande bislang 75 Menschen den Kampf gegen das Virus verloren. Das Medianalter der Verstorbenen liegt bei 85 Jahren.

Bis jetzt 33.798 Corona-Tests durchgeführt

Mit dem Coronavirus infiziert sind in Luxemburg inzwischen indes 3.558 Personen - das sind nur acht mehr als am Vortag. Der Altersdurchschnitt liegt hier immer noch bei 46 Jahren. Von den infizierten Personen sind 2.921 Ansässige und 637 Nichtansässige; 50,7 Prozent sind Männer und 49,3 Prozent Frauen.

Seit Beginn der Krise wurden bislang insgesamt 33.798 Corona-Tests durchgeführt. Hospitalisiert sind im Moment 185 Leute (Covid-19 und Verdachtsfälle), von denen 32 auf der Intensivstation liegen. Entlassen wurden bislang 637 Corona-Patienten.

Erster Corona-Fall in Schrassig

Dann wusste RTL heute aber auch noch zu berichten, dass es in der Schrassiger Justizvollzugsanstalt einen ersten Corona-Fall geben soll, wobei der Infizierte, der am Samstag nach seiner Einlieferung getestet worden sei, aber nicht in Kontakt mit anderen Inhaftierten gekommen sein soll, sondern nur mit Gefängniswärtern, die sich jetzt in Quarantäne befinden würden. Der Gefangene selbst befinde sich in Zwischenzeit in Behandlung im „Centre Hospitalier“.

Xavier Bettel und Paulette Lenert besuchen CHL

Genau dort, konnte auch der erste Covid-19-Patient, der auf der Intensivstation behandelt wurde, nach 38 Tagen Intensivpflege die Intensivstation wieder verlassen, wie diese heute auf Twitter mitteilte,

Dem hauptstädtischen CHL einen Besuch abgestattet haben am Vormittag indes Premierminister Xavier Bettel und Gesundheitsministerin Paulette Lenert. Besonders interessiert haben sich die beiden Regierungsmitglieder dabei für das „Field Hospital“ neben dem eigentlichen Krankenhaus, in dem in einem von der Nato zur Verfügung gestellten Zelt zusätzliche Notbetten für Corona-Patienten stehen und in dem die Leute, die den Notdienst in Anspruch nehmen wollen, am Eingang in Corona- und Nicht-Corona-Patienten aufgeteilt werden. Auch besichtigten die Minister den neuen CT-Scanner, der seit dem 9. April im Einsatz ist.

Xavier Bettel und Paulette Lenert hatten aber auch einen ersten Meinungsaustausch mit der beratenden, aus Experten der verschiedensten Bereiche zusammengesetzten Ad-hoc-Gruppe, deren Aufgabe es ist, die Regierung in der Covid-19-Krise zu beraten. Auf der Tagesordnung standen vor allem die psycho-sozialen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie.

Wie der Regierungschef nach der Sitzung unterstrich, bestehe die größte Herausforderung im Kampf gegen das Corona-Virus im Moment darin, das richtige Gleichgewicht zwischen den notwendigen sanitären Maßnahmen und den durch die Schutzmaßnahmen bedingten Nebeneffekten der Krise zu finden, die schwerwiegende Auswirkungen auf das Alltagsleben der Bevölkerung haben könnten. Das erste Treffen mit den Experten bezeichnete Xavier Bettel als sehr fruchtbar.

Es sei an dieser Stelle daran erinnert, dass die beratende Expertengruppe aus der Präsidentin der Salariatskammer, Nora Back, der Präsidentin des JHL (Jonk Handwierk), Alexa Ballmann, des Präsidenten der Handelskammer, Luc Frieden, des Ethikexperten Erny Gillen, des Ombudsman Claudia Monti, des Psychologen und Präsidenten der beratenden Menschenrechtskommission, Gilbert Pregno, des Präsidenten des Ombuds-Komitees für Kinderrechte (ORK), René Schlechter, und des Universitätsprofessors Claus Vögele zusammengesetzt ist.

Nationales Gesundheitslaboratorium startet Covid-19-Tests in Alters und Pflegeheimen

Das nationale Gesundheitslaboratorium (LNS) startet seinerseits in den nächsten Tagen im Auftrag der „Inspection Sanitaire“ der „Direction de la Santé“ und in Zusammenarbeit mit dem „Luxembourg Institute of Health“ (LIH) ein landesweit angelegtes Programm zur Feststellung von Covid-19-Fällen in Alters- und Pflegeheimen. Rund 6.000 Bewohner von Alters- und Pflegeheimen sowie 4.000 Pflegekräfte sollen in den nächsten Tagen systematisch auf das Corona-Virus hin getestet werden, um so zu ermitteln, wie weit sich der Virus in diesem besonders gefährdeten Umfeld bislang verbreitet hat.

„Die Mitarbeiter der Inspection Sanitaire werden in den Alters- und Pflegeheimen sogenannte nasopharyngeale Abstriche machen“, erklärte dazu Dr. Françoise Berthet, beigeordneter Direktor der „Santé“.

Die in den Heimen durchgeführten Tests werden direkt ins LNS nach Düdelingen gebracht, wo sie im auf Virologie spezialisierten Labor ausgewertet werden. Die Resultate werden dann zeitnah dem Patienten sowie der Leitung der jeweiligen Pflegeeinrichtung übermittelt, wie LNS-Direktor Prof. Dr. Friedrich Mühlschlegel erläutert: „Im Kampf gegen Covid-19 spielt der Faktor Zeit eine wesentliche Rolle, gerade bei den älteren Menschen, die sehr stark dem Risiko einer schweren Erkrankung ausgesetzt sind. Deswegen werden unsere Mitarbeiter im Rahmen dieser flächendeckenden Tests auch nicht nur sieben Tage die Woche arbeiten, wie dies bereits bisher der Fall ist, sondern quasi rund um die Uhr.“

Freiwillige Mitarbeiter des LNS sind bereits dabei, die 10.000 Testkits zu verpacken...