LUXEMBURG
MAX HAHN

Mit der Jahreswende ist Schluss mit der Schwemme von Einwegtüten aus Plastik, die nicht mehr kostenlos an die Kunden abgegeben werden dürfen. Dies gilt für alle Tüten, die dicker als 15 Mikrometer sind.

„Die Vermüllung unserer Erde hat in den letzten Jahrzehnten erschreckende Ausmaße angenommen. Die Verantwortung dafür trägt in letzter Instanz jeder Einzelne der etwa 7,7 Milliarden Bewohner unseres Planeten. Schließlich ist der Mensch selbst für seine Taten verantwortlich: für seine Flugreisen, für sein hochmotorisiertes Auto, für den Kauf von Wegwerfprodukten…

Eine Ausrede für seine Lebensgewohnheiten, für seinen persönlichen Komfort, hat ein jeder, doch die Masse an Abfall hat Ausmaße angenommen, die unsere Umwelt, die Luft, das Wasser, den Boden und unsere Nahrung dermaßen bedrohen, dass auch die Spezies Mensch in Gefahr ist.

Die Bilder von müllverstopften Walen, von verstrickten Schildkröten und ölverkrusteten Vögeln sind nur die Vorboten eines tiefgreifenden Einschnitts in Mutter Natur. Wer sich an ihr vergreift, wird die Konsequenzen dafür tragen müssen - oder seine Kinder und deren Kinder. Analysen ergeben inzwischen Mikroplastik-Rückstände nicht nur in Wasser und Lebensmitteln, sondern auch in unserem Blut.

Für verantwortungsbewusste Politiker gibt es daher keine Alternative zu einem radikalen Schnitt, der Kunststoff nach und nach aus unserem Alltag verdrängt.

Ein erster Schritt in diese Richtung ist das Verbot von gratis Plastiktüten, die noch bis Ende vergangenen Jahres à drei Cent im Handel verkauft wurden. Ihr Preis wurde ab dem 1. Januar auf fünf Cent erhöht. Gänzlich kostenlose Tüten sind jetzt verboten, ähnlich wie dies bereits länger in Frankreich der Fall ist. Das Ziel ist klar gesteckt. Der nationale Verbrauch von durchschnittlich 140 Tüten pro Jahr soll bis 2024 um 100 Tüten pro Einwohner verringert werden.

Im Regierungsprogramm von DP, LSAP und „déi gréng“ werden Abfälle als Ressource bezeichnet, die weitgehend wiederverwendet werden muss. Die EU-Direktive im Kontext von Mikrokunststoffen geht auf den Weg von einem Verbot von Kosmetik-, Hygiene- und Putzmitteln mit Plastik-Mikropartikeln.

Im gleichen Koalitionsabkommen wurde auch festgehalten, dass Wegwerfartikel aus Kunststoff - wie besagte Tüten - mittelfristig ersetzt oder verboten werden. Dies betrifft in einer nächsten Phase die Millionen Plastikhalme, Geschirr-Sets oder Plastikbecher, die Jahr für Jahr - meist ungetrennt - in der Mülltonne enden.

Die DP wird sich dafür einsetzen, dass diese einfach umsetzbaren Maßnahmen, die von einer überwältigenden Mehrheit der Bevölkerung getragen werden, schnellstmöglich Realität werden!“