LUXEMBURG
JACQUELINE KIMMER

Die Privatschule „Fieldgen“ feiert ihr 125-jähriges Bestehen im Beisein der Erbgroßherzogin

Mit einer akademischen Sitzung wurde gestern das 125-jährige Bestehen der Privatschule „Fieldgen“ begangen. Zu der Feierstunde hatte sich neben Erziehungsminister Claude Meisch unter anderem auch Erbgroßherzogin Stéphanie eingefunden. Dieses Jubiläum stellt eine ausgezeichnete Gelegenheit, um einen Blick zurück auf die Ursprünge des „Pensionnat de la Sainte Famille“, wie die Privatschule bis 1982 offiziell hieß, zu werfen.

Von Gasperich ins Bahnhofsviertel

In der „Villa Simonis“ im Millewee in Luxemburg-Gasperich eröffneten die Schwestern der Christlichen Lehre am 15. Oktober 1891 auf Anregung des damaligen Staatsministers Paul Eyschen ein Haushaltungspensionnat („Ecole ménagère agricole“), um „die jungen Mädchen praktisch auf das Leben vorzubereiten“.

Erste Direktorin der Haushaltungsschule in Gasperich war Schwester Azarie Lacaff (1847-1935). 1894 sollte sie das Grundstück „Fieldgen“ (was man mit „kleines Feld“ übersetzen kann) in der Rue d’Anvers im Bahnhofsviertel erstehen, auf dem das neue Pensionat errichtet wurde. Schwester Azarie Lacaff war die Gründerin des „Fieldgen“.

Umfangssprache war Französisch

Das „Pensionnat de la Sainte Famille“ (so der damalige Name) empfahl sich bei seiner Gründung allen Familien, „die ihren Kindern eine einfache und solide Erziehung geben wollten“ und es ihnen so ermöglichten, „ihre Stellung in der Familie in jeder Beziehung auszufüllen“.

Das damalige Lehrprogramm umfasste „Haushaltungskunde, Milchwirtschaft und Geflügelzucht, Handarbeit und Fortbildungsunterricht“. Die „gewöhnliche Umgangssprache“ am „Fieldgen“ war „die französische Sprache“.

Das Mitspracherecht der Eltern wurde seit jeher in der Privatschule groß geschrieben und so sollte 1965 die erste Elternvereinigung des Landes im „Fieldgen“ aus der Taufe gehoben werden. 1968 wurde an der Privatschule das erste Schülerkomitee Luxemburgs gegründet.

Klassischer und technischer Sekundarunterricht

Heute steht die Privatschule „Fieldgen“ (wie die Schule seit 1982 offiziell heißt) allen Mädchen offen, gleich welcher sozialen, religiösen oder ethnischen Herkunft. Angeboten werden der klassische und technische Sekundarunterricht sowie der „Enseignement préparatoire“. Derzeit besuchen 1.400 Schülerinnen das „Fieldgen“. Nach wie vor richtet sich die Privatschule „Fieldgen“ ausschließlich an Mädchen, was von verschiedenen Leuten stark kritisiert wird.


Quelle: „Fieldgen 125“