LUXEMBURG
CLAUDE KARGER/ANNETTE DUSCHINGER

Sozialwahlen: Beteiligung an Arbeitnehmerkammer-Wahlen lediglich bei 35,5 Prozent

Es ist der Urnengang, der die meisten Wähler mobilisiert: Die Sozialwahlen, die alle fünf Jahre stattfinden. Zum einen war gestern der letzte Abgabetermin der Stimmzettel für die Arbeitnehmerkammerwahlen. Über 436.000 Wähler waren hier aufgerufen, zu bestimmen, wie die 60 Sitze in der Kammer unter den Gewerkschaften verteilt werden.

Im Hauptwahlbüro im Arbeitsministerium gingen bis gestern um die 156.000 Wahlzettel ein. Die Beteiligung lag damit bei um die 35,5%, in etwa so hoch - oder so niedrig - wie bei den Sozialwahlen 2008. Es wird noch einige Wochen dauern, bis die Wahlzettel komplett ausgewertet sind.

Gestern fanden aber auch Delegationswahlen in zahlreichen Betrieben statt. Die Auszählung de Resultate wurde bis spät in die Nacht in den Wahlzentralen der Gewerkschaften verfolgt.

Gute Stimmung in den Gewerkschaftszentralen

Gute Stimmung herrschte gestern Abend beim OGBL in Esch. Die größte Gewerkschaft hatte über 5.000 Kandidaten in mehr als 700 Unternehmen an den Start geschickt.

Eine positive Atmosphäre herrschte auch beim LCGB. 3.371 Kandidaten hat der LCGB in den 3.500 Betrieben des Landes, in denen Personaldelegierte gewählt wurden, ins Rennen geschickt.

Bei Redaktionsschluss wurde noch auf die großen Proporzbetriebe gewartet. Am frühen Abend zeigte sich LCGB-Präsident Patrick Dury gestern recht zufrieden: „In einer Reihe kleinerer Betriebe ist es für uns gut gelaufen. Wir hatten bei den Banken dieses Mal 40% mehr Kandidaten als noch vor fünf Jahren. So wie es aussieht, haben wir auch dort nicht schlecht abgeschnitten.“

„Eine kleine Enttäuschung“

Die Wahlbeteiligung für die Arbeitnehmerkammer sei allerdings „eine kleine Enttäuschung“, so Dury. Mit 35,5% lag sie nicht höher als 2008 - rund 156.000 Wahlzettel waren eingegangen, obwohl man sich sehr viel Mühe gegeben hatte, für die Sozialwahlen zu sensibilisieren und auch die Wahlprozedur zu erklären. „Das könnte mehr sein!“ 114 Kandidaten hatte der LCGB auf der Liste 2 für die Arbeitnehmerkammer aufgesetzt.

Positiv gestimmt war ebenfalls Marc Glesener, der Präsident der ALEBA, der größten Gewerkschaft im Banken- und Versicherungsgewerbe. „Es sieht momentan sehr gut aus, wir konnten in den Betrieben, in denen wir hundert Prozent hatten, die hundert Prozent behalten und unser Resultat in anderen Unternehmen verbessern“, so Glesener auf Nachfrage kurz vor Redaktionsschluss. Die Ergebnisse aus den größten Finanzinstituten lagen zu dem Zeitpunkt allerdings noch nicht vor.

Wir werden in unserer Freitagsausgabe näher auf das Abschneiden der Gewerkschaften in den Betrieben eingehen.