LUXEMBURG
SOPHIA SCHÜLKE

Mudam feiert seinen fast hundertjährigen Architekten Ioeh Ming Pei

Oft ist der Besuch im Museum eine Schlechtwetteralternative, wenn es draußen regnet oder grau ist. Doch das Mudam sollte man bei strahlendem Sonnenschein anschauen, je mehr Licht draußen, umso mehr Licht erwartet den Besucher drinnen.

Bald richtet das Museum für zeitgenössische Kunst den Fokus nicht so sehr auf seine Kunstwerke, sondern auf seine Architektur. Mit einem Sonderprogramm vom kommendem Mittwoch bis zum übernächsten Sonntag, 26. bis 30. April, begeht das Haus den Geburtstag seines Architekten: Ioeh Ming Pei wird am Mittwoch 100 Jahre alt.

Neubau auf Festungsmauern

Der US-amerikanische Architekt chinesischer Herkunft ist einer der bedeutendsten Architekten des 20. Jahrhunderts. Pei hat das Mudam vor 20 Jahren konzipiert, eröffnet wurde es 2006. Da war eines seiner umstrittensten Werke in Europa längst fertiggestellt: Die gläserne Pyramide vor dem Louvre wurde 1989 eingeweiht.

In Luxemburg hat Pei den Museumsneubau auf den Überresten des Fort Thüngen entworfen. „Pei hat die trianguläre Form der Grundrisse und die Pfeilform respektiert“, erklärt Georges Reuter, der als Architekt bei der Überwachung der Baustelle eingebunden war. Er veranschaulicht das ausgeklügelte System, um überall im Haus für große Helligkeit zu sorgen: Der helle Sandstein, die 18 Meter hohe Glaskuppel der Haupthalle und die nach Norden gerichteten Deckenfenster der Ausstellungsräume. Zudem sind Leitungen und Heizungen hinter Wänden verborgen, ein sauberes und aufgeräumtes Bild, damit der Blick auf Kunstwerke und auf Architektur nicht gestört wird. „Pei definiert Architektur in einem Wort: Licht. Das sieht man hier“, bilanziert Reuter.

Ein weiterer Clou: Die Sichtachse von „Trois Glands“ zur Philharmonie, allerdings eingetrübt durch einen späteren Hotelbau. Schatten auf das viele Licht warfen auch die Baukosten für das Museum, die am Ende rund 90 Millionen betrugen.

Vortrag und Führung am Mittwoch, 19.30, mit Kunsthistoriker Claude Moyen und Ausstellungsmacher Louis Bestgen auf Französisch im Auditorium. Anmeldung unter visites@mudam.lu. Architekturführungen: Samstag, 15.00, und Sonntag, 11.00, auf Französisch; Sonntag, 15.00, auf Luxemburgisch; Eintritt frei für die ersten 100 Besucher von Mittwoch bis Sonntag.