LUXEMBURG
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Martine Hansen (CSV) fragt nach der Bedeutung des im Bio-Weinbau zugelassenen Kupfers

Die Vorsitzende der CSV-Fraktion, Martine Hansen, sorgt sich darum, dass das hauptsächlich beim ökologischen Weinbau zum Einsatz kommende Kupfer, als Spritzmittel gegen Pilzbefall, zu einer Gefahr für den Boden wird.

Unter Bezugnahme auf die anstehende Verlängerung der Zulassung von Kupfer als Pflanzenschutzmittel in der EU, richtete Hansen eine detaillierte parlamentarische Frage zu diesem Thema an Landwirtschafts- und Weinbauminister Romain Schneider.

Zur Begründung ihrer Frage verwies sie auf eine Risikoanalyse der europäischen Agentur für Lebensmittelsicherheit EFSA, die Kupfer als Gefährdung für Vögel, Säuger, Wasserorganismen und Bodenkulturen ansieht. Zusätzlich nannte sie auch Beispiele aus Deutschland, wo der Einsatz von Kupfer bei der der Pilzbekämpfung zu Bodenverseuchung geführt hatte. Im Gegensatz zur EFSA habe die Generaldirektion Gesundheit der EU-Kommission eine Verlängerung der Zulassung um sieben Jahre empfohlen.

Sieben weitere Jahre

Hansens erste Frage, ob Luxemburg der Zulassungsverlängerung von Kupfer zustimmen wird, erwies sich als obsolet, da die Abstimmung schon am 27. November stattgefunden hatte. Luxemburg sei der Empfehlung der Kommission gefolgt und habe zugestimmt. Allerdings sei die Nutzung eingeschränkt worden. In einem Zeitraum von sieben Jahren dürften maximal 28 Kilogramm Kupfer auf einem Hektar Anbaufläche ausgebracht werden. Außerdem werde die Suche nach einem Ersatzstoff explizit festgehalten.

Luxemburg habe auch kein Interesse die Kupfernutzung nationalstaatlich, also im Alleingang, zu verbieten. Ohne Kupfer könne es beim ökologischen Weinbau durch Pilzbefall zu einem hundertprozentigen Verlust der Ernte kommen. Bei den konventionellen Bauern ständen dagegen chemische Ersatzstoffe zur Verfügung.

Bei schwachem „Infektionsdruck“ könne man beim Bio-Weinbau auf Gesteinsmehl oder Schachtelhalmextrakte zurückgreifen. So würden die Biolandwirte nur zwei bis vier Kilogramm je Hektar und Jahr ausbringen. 2017 sei vielerorts überhaupt kein Kupfer verwendet worden. Kupfer kommt auch in anderen Bereichen der Biolandwirtschaft und im konventionellen Weinbau bei der Helikopterspritzung zum Einsatz. Der hohe Ausbildungstand der heimischen Winzer habe dafür gesorgt, dass der Spritzmitteleinsatz seit dem Ende des 19. Jahrhunderts um den Faktor 10 gefallen ist.

Bodenschutzgesetz soll Überblick bringen

Auf eine weitere Frage von Hansen antwortet Minister Schneider, dass bis heute in Luxemburg keine spezifischen Bodenuntersuchungen durchgeführt wurden2006 sei bei einem Boden-Monitoring festgestellt worden, dass der Kupferanteil bei Weinbauböden tendenziell höher ist, als bei anderen Weinbauflächen. Allerdings seien nur kleine Flächen überprüft worden. Im Entwurf des Bodenschutzschutzgesetzes sei eine Feststellung des „Stands der Dinge“ vorgesehen, auch um Kupferkonzentrationen auf die Spur zu kommen.

Das projektierte Bodenschutzgesetz sieht eine Untersuchung von Hintergrundkonzentration vor. Soll heißen, natürliche Bestandteile des Bodens werden genauso gemessen wie - etwa durch Düngung - eingebrachte „Gifte“. Wird im Rahmen eines nationalen Bodenschutzplans eine „konkrete Gefährdung“ festgestellt, sollen entsprechende Maßnahmen eingeleitet werden, um die Risiken für Menschen, Grundwasser und andere Ökosystem zu minimieren.